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Lammfleisch mit Feigen-Rosinen-Sauce und Zimt

Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich · Wolfenbüttel · 1598

LagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 7/10
Zubereitungszeitca. 120 Min. KüchenzeitBuchKunstbuch von mancherley Essen (~1598)

Feigen und große Rosinen in Wasser gar kochen, durch ein Haartuch streichen und zusammen mit Zimt, Zucker und Wein auf das Lammfleisch geben, doch so, dass die Brühe nicht zu dick wird. Danach ein wenig braune Butter darübergeben.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
(erschlossen) Lammfleisch - beim Metzger -
Feigen Feigen - getrocknete Feigen -
groſſen Roſin Große Rosinen - - -
Waſſer Wasser - - -
Caneil Zimt - - -
Zucker Zucker - - -
Wein Wein - - -
ein wenig braun Butter Ein wenig braune Butter - - -

Welches Gericht ist das? Gesottenes Lammfleisch unter einer süßen, glatt passierten Brühe aus Feigen und großen Rosinen, mit Wein verdünnt, mit Zucker und Zimt gewürzt und zuletzt mit brauner Butter übergossen. Wie das Fleisch gart, sagt dieses Rezept nicht; die Reihe beginnt mit Lammfleisch, auf das eine mit „bruͤh von Lemmerfleiſch“ gekochte Brühe kommt (ron-0426), das Fleisch ist also gesotten.

Das Fruchtmus. Feigen und Rosinen werden in Wasser weich gekocht und durchs Haartuch gestrichen; dabei bleiben Kerne, Schalen und Stiele zurück. Ein solches Mus ist von selbst dick, deshalb die Mahnung, die Brühe nicht zu dick werden zu lassen: Der Wein verdünnt es und bringt Säure gegen die Süße. Wie viel Wein, sagt der Text nicht. Frische oder getrocknete Feigen nennt er ebenfalls nicht; in der Praxis nimmt man getrocknete.

Braune Butter. Sie kommt erst zum Schluss obenauf und gibt Nussgeschmack und Glanz.

Praxis. Lammfleisch in Stücken knapp mit Wasser bedeckt schwach sieden lassen, bis es weich ist. Getrocknete Feigen und große Rosinen in Wasser weich kochen, durch ein feines Sieb oder Seihtuch streichen, mit Wein zu einer dickflüssigen Brühe verdünnen und mit Zucker und Zimt abschmecken. Über das angerichtete Fleisch geben und zuletzt etwas braune Butter darüberträufeln. Mengen nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa zwei Stunden ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, eingeschränkt. Der Engpass ist das frische Lammfleisch, das bis zum Garen gekühlt bleiben muss, etwa in Kühlbox oder Camping-Kühlschrank. Feigen, Rosinen, Zimt, Zucker und Wein sind haltbar; gekocht wird in einem Topf am Feuer, zum Durchstreichen genügt ein Seihtuch.

Wie wird das Lammfleisch vorher gegart?

Das sagt dieses Rezept nicht. Die Lammfleisch-Reihe beginnt mit einer Brühe, die mit „bruͤh von Lemmerfleiſch“ gekocht und aufs Fleisch gegeben wird (ron-0426); das Fleisch ist also gesotten.

Wie dick soll die Brühe werden?

Der Text sagt nur, sie solle nicht zu dick werden. Das passierte Feigen-Rosinen-Mus ist von selbst dick; der Wein ist das, was es verdünnt. Eine Menge nennt Rontzier nicht.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Kunstbuch von mancherley Essen. Kochbuch des braunschweigisch-lüneburgischen Mundkochs Frantz de Rontzier, gedruckt 1598 in Wolfenbüttel. Höfische Bankett- und Schauessen-Küche: Gesottenes, Gebratenes, Pasteten, Hirsch, Geflügel und Wildbret für fürstliche Tafeln. Rontzier konnte nicht schreiben und hat das Buch diktiert.

Item / man macht Feigen vnd groſſen Roſin in Waſſer gahr / reibts durch einen haartuch vnnd thuts ſampt Caneil / Zucker vnnd Wein darauff, doch das die bruͤh nicht zu dick werde / darnach gibt man ein wenig braun Butter daruͤber / etc.
groſſen Roſin

Große Rosinen, die gewöhnlichen getrockneten Weinbeeren. Rontzier unterscheidet sie durchgehend von den kleinen Rosinen, heute Korinthen.

Druck
Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich
Teil
Lemmerfleisch
Sprache
Frühneuhochdeutsch (braunschweigische Druckersprache, 16. Jh.)
Entstehung
Wolfenbüttel, 1598

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

(erschlossen)lamb meat Q643419
Feigenfig Q2746643
Waſſerwater Q283
Caneilcinnamon Q28165
Zuckerunrefined cane sugar Q57656231
Weinwine Q282

Originalwerk (~1598) gemeinfrei.

Bildquelle
Scan 107, Österreichische Nationalbibliothek, Alt Prunk *44.S.114, Austrian Books Online Quelle öffnen
Transkription
Eigene Transkription nach den Seitenscans der Österreichischen Nationalbibliothek (Alt Prunk *44.S.114), an den Scans korrigiert Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/ron-0435
LagerkücheLagerküche
Eingeschränkt: Frisches Lammfleisch braucht bis zum Garen durchgehend Kühlung. Feigen, Rosinen, Zimt, Zucker und Wein sind haltbare Vorräte; gekocht wird in einem Topf am Feuer, zum Durchstreichen genügt ein Seihtuch.
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Stand dieser Fassung: 30.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.