Tauben mit Sauerampfer und Eigelb
Kunstbuch Von mancherley Essen, Gesotten, Gebraten, Posteten, von Hirschen, Vogelen, Wildtprat, vnd andern Schawessen, so auff Fürstlichen, vnd andern Pancketen zuzurichten gehörich · Wolfenbüttel · 1598
Ebenso die Tauben mit Sauerampfer und Eigelb abmachen.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Tauben | - | Geflügelhändler, Wildhändler | - |
| Sawerampffer | Sauerampfer | - | Wochenmarkt | - |
| Eyerdottern | Eigelb | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Gegarte Tauben, die mit Sauerampfer und Eigelb fertig gemacht werden, also in einer säuerlichen, mit Eigelb gebundenen Kräutersauce. Das Rezept nennt nur diese beiden Zutaten; wie die Tauben gegart werden, setzt es voraus.
Die Tauben. Einen Garschritt nennt der Text nicht. In der Reihe bringt Rontzier die Tauben „zum fewr“ (ron-0574, ron-0575) und lässt sie in einem späteren Rezept „durchkochen das es kurtz von Bruͤh werde“ (ron-0585). Das spricht für Garen in wenig Brühe; belegt ist es für dieses Rezept nicht.
Sauerampfer und Eigelb. Der Sauerampfer gibt die Säure und fällt in der Hitze rasch zusammen. Ob die Dotter roh oder gesotten sind, sagt der Text nicht. Rohe Dotter binden die Brühe zu einer sämigen Sauce; gesottene, wie sie Rontzier an anderer Stelle zerhackt verwendet (ron-0572), würden nur zerkrümelt beigegeben und binden nicht.
Praxis. Die Tauben in wenig Brühe bei kleiner Hitze gar sieden - das ist ein heutiger Vorschlag, kein Wortlaut des Rezepts. Den Sauerampfer grob schneiden und kurz in der Brühe zusammenfallen lassen. Die Eigelb mit etwas heißer Brühe verquirlen, unterrühren und die Sauce nur noch ziehen, nicht mehr kochen lassen, sonst gerinnt das Ei. Mengen und Salz nennt der Text nicht. Die Zubereitungszeit von etwa einer Stunde ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?
Ja, eingeschränkt. Der Engpass sind die frischen Tauben, die bis zum Garen kühl liegen müssen. Sonst genügt ein Topf am Feuer; Eier halten sich kühl einige Tage, Sauerampfer gibt es frisch auf dem Wochenmarkt.
Wie werden die Tauben gegart?
Das Rezept sagt es nicht. Es nennt nur, womit die Tauben abgemacht werden. In den Nachbarrezepten der Reihe kommen die Tauben zum Feuer und kochen in wenig Brühe durch; so lassen sie sich auch hier zubereiten.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Kunstbuch von mancherley Essen. Kochbuch des braunschweigisch-lüneburgischen Mundkochs Frantz de Rontzier, gedruckt 1598 in Wolfenbüttel. Höfische Bankett- und Schauessen-Küche: Gesottenes, Gebratenes, Pasteten, Hirsch, Geflügel und Wildbret für fürstliche Tafeln. Rontzier konnte nicht schreiben und hat das Buch diktiert.
Normdaten der Zutaten
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| (erschlossen) | pigeon Q83363036 |
| Sawerampffer | common sorrel Q26297 |
| Eyerdottern | yolk Q16336079 |
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Stand dieser Fassung: 30.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
