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Gewürzter Senf

Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 · Wien, vermutlich Augustiner-Chorherrenstift St. Dorothea (Besitzvermerke 15. Jh. auf Bl. 1r, 15r, 28v, 54v, 91v) · 1450

Gewürz / SauceGewürz / SauceLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10
Zubereitungszeit5 Min.Portionen1 Glas ~150 mlBuchWien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 (~1450)

Nimm geriebenen Senf und gib geriebenen Zimt dazu.

Davon wird er gut. Serviere ihn.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
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Welches Gericht ist das? Kein vollständiges Senfrezept, sondern eine Verfeinerung: Ein bereits zubereiteter Senf wird mit geriebenem Zimt gewürzt. Gemahlene Senfsaat und Zimt allein ergeben noch keinen Senf - es fehlt die Flüssigkeit. Der Text setzt einen fertigen Senf voraus, wie ihn die Parallelhandschrift B4 (Rezept w1-255) beschreibt: Senfsaat im Mörser zerstoßen, durch ein Tuch schlagen, mit Honigseim verrühren und bei Bedarf „mit wein" anreiben. Die nächste lebende Verwandtschaft ist ein süßer, gewürzter Tafelsenf.

Praxis. Einen Senf nach w1-255 ansetzen oder Senfmehl mit Wein (alternativ Essig) und etwas Honig zu einer Paste anrühren und einige Stunden quellen lassen. Dann geriebenen Zimt unterrühren. Kein Feuer nötig; in einem verschlossenen Gefäß hält sich der Senf lange.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, Goldstandard. Die Zubereitung ist extrem einfach und schnell, erfordert keine Kühlung und nur trockene Zutaten. Ideal für unterwegs.

Welche Art von Senf soll ich verwenden?

Einen fertig angesetzten Senf, keine trockene Saat - Senfmehl und Zimt allein ergeben noch keinen Senf. Das Rezept setzt einen Senf voraus, wie ihn w1-255 beschreibt: Senfsaat zerstoßen, mit Honigseim verrühren und mit Wein anreiben. Alternativ Senfmehl mit Wein oder Essig und etwas Honig anrühren und quellen lassen, dann den Zimt unterrühren.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897 (Mitte 15. Jh. - Teil I). CoReMA-Handschrift W1 (Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897): dreiteilige Sammelhandschrift, Teil I (Kochrezepte, Bl. 1r-53v) aus der Mitte des 15. Jh., Teil III älter (Mitte 14. Jh.). Textlicher Zwilling von B4 (Berlin, Ms. germ. qu. 1187) - beide überliefern u.a. dasselbe "grün Met"-Rezeptpaar fast wortgleich.

Ein guter senif NIm geribem senif vnd tu darczu geribem zinomey do wirt er gut von gib hin
senif

Hier der fertig zubereitete Senf, nicht die bloße Saat: Gemahlene Senfsaat braucht Flüssigkeit, um Senf zu werden. Wie man ihn ansetzt, steht in der Parallelhandschrift B4, Rezept w1-255 (Saat stoßen, mit Honigseim verrühren, mit Wein anreiben).

zinomey

Dies ist eine bairische Schreibvariante für Zimt. CoReMA verlinkt den Begriff mit dem Wikidata-Eintrag für Zimt.

Handschrift
Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897
Folio
Fol. 029r
Sprache
Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch)
Entstehung
Wien, vermutlich Augustiner-Chorherrenstift St. Dorothea (Besitzvermerke 15. Jh. auf Bl. 1r, 15r, 28v, 54v, 91v), 1450
CoReMA

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

geribem senifmustard seed Q1937700
geribem zinomeycinnamon Q28165

Originalwerk (~1450) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 029r, Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. 2897; bereitgestellt durch CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz
Transkription
CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages (Uni Graz), W1 - CC BY 4.0 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/w1-259
LagerkücheLagerküche · ⭐ Gold - vollständig lagerküchentauglich
Goldstandard: Die Zubereitung ist extrem einfach und schnell, erfordert keine Kühlung und nur trockene Zutaten. Ideal für unterwegs.
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Stand dieser Fassung: 26.09.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.