Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Das Euterlein vom Damhirsch kannst du auf allerlei Weise zubereiten, wie es zuvor von einem Stück Wild oder von der Kuh angezeigt ist.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Euterlein vom Dendel | Euterlein vom Dendel | - | Jäger oder Wildhändler auf Anfrage (kaum erhältlich) | Kuheuter, Rumpolts eigene Vorlage (beim spezialisierten Metzger, ebenfalls selten) |
Welches Gericht ist das? Kein eigenes Gericht, sondern ein Verweis: Das Euter vom Damhirsch richtest du so zu wie das Euter vom Hirsch oder das Kuheuter. Eigene Schritte, Mengen oder Zeiten nennt Rumpolt hier nicht.
Worauf zeigt der Verweis? Am nächsten liegt das Hirsch-Euter im vorigen Kapitel (rum-0304): gekocht, dann in Pfeffer, gelb, gebraten oder im Gescharb, ausdrücklich „wie man ein Kuheuter kocht“. Die Kuheuter-Rezepte selbst stehen im Rindkapitel (rum-0084 bis rum-0090). Dort wird das Euter zuerst weich gesotten und dann klein geschnitten in Butterbrühe angerichtet, auf dem Rost gebräunt und in Pfeffer oder Gescharb gegeben, am Spieß gebraten oder in eine Pastete gefüllt. Eine bestimmte Nummer nennt Rumpolt nicht.
Praxis. Wer das nachkochen will, wählt eines dieser Rezepte und setzt das Damhirsch-Euter an die Stelle des Kuheuters; Grundschritt ist in allen Fällen das Vorsieden. Damhirsch-Euter ist heute praktisch nur über Jäger zu bekommen, Kuheuter beim spezialisierten Metzger.
Der Damhirsch. Das Kapitel „Vom Dendel Wildpret“ folgt bei Rumpolt direkt auf das Hirschkapitel; das Grimmsche Wörterbuch führt das Wort unter dandel mit der Nebenform dendel.
Rumpolt sagt es nicht selbst, sondern verweist auf frühere Rezepte. Beim Hirsch-Euter (rum-0304) wird es gekocht und dann in Pfeffer, gelb, gebraten oder im Gescharb gegeben; die Kuheuter-Rezepte ab rum-0084 sieden es zuerst und richten es dann in Brühe, vom Rost, am Spieß oder in der Pastete an.
Es ist die Verkleinerungsform von Euter und meint einfach das Euter, hier vom weiblichen Damwild.
Nein. Damhirsch-Euter ist heute praktisch nicht erhältlich, und das Rezept besteht nur aus einem Verweis ohne eigene Anleitung.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Das Kapitel heißt „Vom Dendel Wildpret“; Dendel ist der Damhirsch (DWB unter dandel, mit den Nebenformen dendel, dendl). Das Euter stammt also vom weiblichen Damwild.
Verkleinerungsform von Euter, ohne Bedeutungsunterschied. Rumpolt verwendet sie auch beim Kalb und beim Schaf.
Verweis auf frühere Rezepte des Buchs: das Euter vom Hirsch („von einem stück Wildt“, rum-0304) und die Kuheuter-Rezepte im Rindkapitel (ab rum-0084). Eigene Schritte nennt der Text nicht.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
wie zuvor ist angezeigt/ von einem stuͤck Wildt oder Kuh
Gewählte Lesart: Der Verweis zielt auf die Euter-Rezepte des Buchs: das Euter vom Wild im Hirschkapitel (rum-0304, gekocht und dann in Pfeffer, gelb, gebraten oder im Gescharb) und die Kuheuter-Rezepte (rum-0084 bis rum-0090). „Wildt oder Kuh“ nennt die Vorlage der Zubereitung, nicht ein zweites Tier.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 01.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.