Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Oder brate die Capelungen auf einem Rost, begieße sie mit Butter und gib sie trocken auf den Tisch, mit Pfeffer und Salz. So sind sie gut und wohlschmeckend.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Capelungen | - | - | - |
| Butter | Butter | - | - | - |
| Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
| Saltz | Salz | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Die zweite von drei Zubereitungen im Kapitel „Von Capelungen“. Nach dem Ansieden in Wein und Wasser (Nr. 1) brät Rumpolt die Capelungen hier auf dem Rost, begießt sie mit Butter und gibt sie ohne Sauce mit Pfeffer und Salz auf den Tisch. Das „sie“ im Text meint die Capelungen aus Nr. 1.
Welches Tier? Das Kapitel steht unter den Meerestieren zwischen Meergrillen und Hering, und Nr. 3 sagt, man esse die Capelungen in Italien auch roh. Welche Art gemeint ist, ist nicht belegt; am ehesten passen Scheidenmuscheln. Der Titel behält deshalb Rumpolts Wort.
Butter. Wann begossen wird, sagt Rumpolt nicht. Naheliegend ist während des Bratens, damit das Fleisch auf dem Rost nicht austrocknet; ebenso möglich ist ein Übergießen zum Schluss.
Garzeit. Rumpolt nennt weder Zeit noch Hitze, und auch das Wenden steht nicht im Text. Die Zeit richtet sich nach Art und Größe der Tiere.
Praxis. Einen Rost über die Glut stellen, die Capelungen darauflegen und mit zerlassener Butter begießen. Ohne Sauce anrichten, Pfeffer und Salz dazu. Die Zeitangabe von 20 Minuten ist eine Schätzung, Mengen nennt Rumpolt nicht.
Das ist nicht sicher geklärt. Rumpolt behandelt sie unter den Meerestieren zwischen Meergrillen und Hering und schreibt, dass man sie in Italien auch roh isst. Am wahrscheinlichsten sind Scheidenmuscheln (ital. cappalunga), belegt ist das aber nicht. Kapaune sind es nicht.
Eingeschränkt. Braten auf dem Rost mit Butter, Pfeffer und Salz ist am Lagerfeuer einfach. Das frische Meerestier braucht aber bis zum Braten durchgehend Kühlung.
„Trocken“ im Sinn von „ohne Brühe oder Sauce“: Die gebratenen Capelungen kommen nur mit der Butter, mit Pfeffer und Salz auf den Tisch.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Rumpolts Wort für ein Meerestier, dem er ein eigenes Kapitel mit drei Zubereitungen widmet, zwischen den Meergrillen und dem Hering. Welches Tier gemeint ist, ist nicht belegt; nach dem Anklang an ital. cappalunga und dem rohen Verzehr in Italien (Nr. 3) vermutlich Scheidenmuscheln. Ein Kapaun ist nicht gemeint, den schreibt Rumpolt „Cappaun“.
Bratrost, ein Gitter zum Braten über dem Feuer. Ein Spieß ist nicht gemeint.
Hier: ohne Brühe oder Sauce aufgetragen, nur mit Pfeffer und Salz.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Butter | butter Q34172 |
| Pfeffer | pepper Q3143131 |
| Saltz | table salt Q11254 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Capelungen
Gewählte Lesart: Die Druckform „Capelungen“ bleibt stehen: ein Meerestier aus Rumpolts Meerestierstrecke (nach Kabeljau, Meerspinnen und Meergrillen, vor dem Hering), dessen Art kein Wörterbuch belegt.
Andere mögliche Lesarten:
Oder brat sie
Gewählte Lesart: „sie“ sind die Capelungen aus dem Kapitelkopf und aus Nr. 1, wo sie in Wein und Wasser gesotten werden; „Oder“ schließt die Rost-Variante an.
Andere mögliche Lesart:
begeuß mit Butter
Gewählte Lesart: Wörtlich: begieße sie mit Butter. Rumpolt sagt nicht, ob während des Bratens oder erst zum Schluss.
Andere mögliche Lesarten:
Garzeit und Hitze
Gewählte Lesart: Rumpolt nennt weder Garzeit noch Hitze.
Andere mögliche Lesart:
gibs trucken auff ein Tisch
Gewählte Lesart: Ohne Brühe oder Sauce auf den Tisch gegeben, mit Pfeffer und Salz, im Gegensatz zu Rumpolts Fassungen mit Sauce.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 14.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.