Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Oder röste es in Butter, bis es knusprig ist. Gib es trocken auf den Tisch und bestreue es mit weißem Zucker, sodass es warm auf den Tisch kommt.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | es | - | - | - |
| Butter | Butter | - | - | - |
| weissem Zucker | weißer Zucker | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein Zusatz zum Eierkraut aus Nr. 72 (rum-1354). Dort backt Rumpolt hauchdünne Eierpfannkuchen, schneidet sie fein und lässt sie mit Rosinen in Milch und Butter zu einer kurzen Brühe aufkochen; er schließt mit „Du magsts roͤßten oder zurichten, wie es dir gefellt“. Nr. 73 führt die Röstvariante aus: Das „es“ sind die geschnittenen Pfannkuchen, die statt im Milchsud in Butter knusprig geröstet, trocken angerichtet und gezuckert werden. Heute erinnert das an in Butter gebratene Pfannkuchenstreifen oder an Kaiserschmarrn; das ist ein Vergleich im Ergebnis, keine Herkunft.
Was wird geröstet? Die Vorstufe kommt aus rum-1354: Eier mit Salz und wenig Mehl glatt rühren, in Butter ganz dünne, helle Pfannkuchen backen, auskühlen lassen, aufrollen und fein schneiden. Ob man die Rosinen dazugibt, sagt Nr. 73 nicht.
Rösten bis resch. Die Streifen in reichlich heißer Butter bei mittlerer Hitze rösten und wenden, bis sie knusprig sind. Die Butter dabei nicht zu dunkel werden lassen. Gewürzt wird nur mit dem Zucker am Schluss.
Trocken anrichten. „Trucken“ heißt hier: ohne Brühe oder Sauce, im Gegensatz zum Eierkraut im Milchsud. Die Streifen aus der Pfanne heben und auf die Platte geben.
Praxis. Sofort mit weißem Zucker bestreuen, solange die Streifen heiß sind, dann haftet er, und warm auftragen. Mengen, Zeiten und Portionen nennt Rumpolt nicht.
Der Text nennt es nicht ausdrücklich. Er schließt mit „Oder“ an das Eierkraut aus Nr. 72 (rum-1354) an, das mit dem Satz endet, man könne es rösten oder anders zubereiten. Gemeint sind also die dort gebackenen, fein geschnittenen dünnen Eierpfannkuchen. Diese Zuordnung ist aus der Satzfolge erschlossen.
Zugemüse bedeutete die Beigerichte zum Fleisch, oft in Musform. Rumpolts Kapitel enthält deshalb auch Muse und Eierspeisen. Das Wort ist hier die Kapitelüberschrift, keine Zutat.
Ja. Es braucht Eier, etwas Mehl, Butter und Zucker, eine Pfanne und Feuer. Die dünnen Pfannkuchen aus rum-1354 kann man vorab backen und schneiden; frische Eier und Butter brauchen die übliche Kühle.
Rumpolt nennt keine Mengen. Butter so viel, dass die Streifen darin rösten können, und Zucker nach Geschmack über die heißen Streifen streuen.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
„Oder röste es“: Anschluss an Nr. 72 (rum-1354), die mit „Du magsts roͤßten oder zurichten“ endet. Das „es“ ist das dort zubereitete Eierkraut.
Knusprig, rösch. Bei Gebratenem und Gebäck bedeutet das Wort die knusprige Kruste, beim Feuer „lebhaft“, beim Sieden „rasch“.
Trocken, also ohne Brühe oder Sauce angerichtet.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Butter | butter Q34172 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
es (Oder roͤßts)
Gewählte Lesart: Das Eierkraut aus Nr. 72 (rum-1354), also die fein geschnittenen dünnen Eierpfannkuchen. Nr. 72 endet mit „Du magsts roͤßten oder zurichten“, Nr. 73 beginnt mit „Oder roͤßts“; der Text nennt das Objekt nicht selbst, der Bezug ist aus der Satzfolge erschlossen.
Andere mögliche Lesarten:
resch
Gewählte Lesart: Knusprig. Bei Gebratenem und Gebäck gebraucht Rumpolt resch für die knusprige Kruste (Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, Bedeutung 1.d; elsässisch und lothringisch „knapperig vom Brote“).
Andere mögliche Lesart:
gibs trucken auff ein Tisch
Gewählte Lesart: Ohne Brühe oder Sauce anrichten, im Gegensatz zum Eierkraut in kurzer Brühe aus Nr. 72.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 16.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.