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Buchweizenbrei in Milch

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

BeilageBeilageEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10
BuchEin new Kochbuch (~1581)

Heidenbrei in Milch gekocht ist gut und ein herrliches Essen.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Heidenbrey Buchweizengrütze - Supermarkt -
Milch Milch - Supermarkt -

Welches Gericht ist das? Ein Brei aus Buchweizengrütze, in Milch gekocht. Rumpolt nennt nur den Grundstoff, die Flüssigkeit und das Kochen, dazu ein Lob. Mengen, Garzeit, Salz oder Fett stehen bei dieser Nummer nicht.

Heidenbrei. Heidenkorn ist Buchweizen, die Wörterbücher führen den Heidenbrei als Brei und Grütze aus Heidekorn. Die Nachbarnummern 98 und 100 meinen dasselbe Gericht, einmal in Rindfleischbrühe, einmal in Wasser mit Butter. Die Milch ist das, was diese Nummer von den beiden unterscheidet.

Praxis. Als moderne Faustregel, nicht aus dem Text: Buchweizengrütze mit Milch etwa im Verhältnis wie für Milchreis bei kleiner Hitze unter Rühren köcheln, bis der Brei gebunden ist, denn Milch brennt leicht an. Die Bindung entsteht durch das Kochen selbst, ein eigener Aufkochschritt ist nicht nötig. Verlesen, Waschen, Butter und Salz stehen bei Nr. 98 und Nr. 100, nicht hier.

Was ist Heidenbrei?

Ein Brei aus Buchweizen. Heidenkorn ist ein alter Name für Buchweizen, das Grimmsche Wörterbuch erklärt heidenbrein als Brei und Grütze von Heidekorn. Rumpolt kocht ihn in den Nachbarnummern auch in Rindfleischbrühe (Nr. 98) und in Wasser mit Butter (Nr. 100).

Warum steht hier keine ausführliche Anleitung?

Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur die eine Zeile: Heidenbrei in Milch gekocht ist gut und ein herrliches Essen. Ausgeführte Verfahren stehen bei den Nummern 98 und 100. Wir übertragen sie nicht auf dieses Rezept, weil Rumpolt dort andere Flüssigkeiten und Zutaten nennt.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

99. Heidenbrey in Milch gekocht, ist gut vnd ein herrlich Essen.
Heidenbrey

Brei aus Heidenkorn, also Buchweizen. Das Grimmsche Wörterbuch erklärt heidenbrein als „brei und grütze von heidekorn“, das Bayerische Wörterbuch führt das Wort ebenfalls. Rumpolt kocht denselben Brei in den Nachbarnummern in Rindfleischbrühe (Nr. 98) und in Wasser mit Butter (Nr. 100).

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von allerlei Gemüse
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

Milchmilk Q8495

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartHeidenbrey

Gewählte Lesart: Buchweizenbrei: Heidenkorn ist Buchweizen; das Grimmsche Wörterbuch erklärt heidenbrein als Brei und Grütze von Heidekorn, und Rumpolts Nachbarnummern 98 und 100 verwenden das Wort für dasselbe Gericht.

Andere mögliche Lesarten:

  • Brei aus einem anderen Getreide - Nicht belegt; der Text selbst nennt kein Korn, aber Wörterbücher und Kapitelnachbarn stützen nur Buchweizen.
  • „Heiden-“ im Sinn von „heidnisch“ - Im Küchenzusammenhang verworfen; das Wort ist hier mit Heidenkorn gebildet, nicht mit der Bedeutung Nichtchrist.

LesartMengen und Garzeit

Gewählte Lesart: Rumpolt gibt nichts vor: weder Mengenverhältnis noch Garzeit noch Konsistenz. Das Verfahren von Nr. 98 („laß sieden/ biß dick wirt“) ist ein Nachbarverfahren, kein Beleg für Nr. 99.

Andere mögliche Lesart:

  • Moderne Faustregel: Buchweizengrütze und Milch etwa wie für Milchreis, bei kleiner Hitze unter Rühren gekocht, bis der Brei gebunden ist - Praxisvorschlag für das Nachkochen, ausdrücklich nicht aus dem Text.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. CXLVIIIb, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-1381
LagerkücheLagerküche
Nein: nur eine Überschriftzeile ohne Zubereitung, kein Verweis auf ein ausgeführtes Rezept.
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Stand dieser Fassung: 16.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.