Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Grundelpasteten sind auch gut.
Welches Gericht ist das? Keine Anleitung, sondern eine Überschrift mit Urteil: Grundelpasteten „seind auch gut“. Teig, Füllung, Würze und Backzeit gibt Rumpolt an dieser Stelle nicht an, und wir ergänzen nichts davon.
Welcher Fisch? Grundel ist hier ein kleiner Süßwasserfisch. Der Kapitelkopf „Von Grundel oder Schmerrling“ spricht für die Schmerle, die Wörterbücher lassen daneben den Gründling zu. Die Art legen wir nicht fest; die heute meist als Grundeln bezeichneten Meeresfische sind jedenfalls nicht gemeint.
Praxis. Wer die Nummer nachkochen will, muss den Aufbau der Pastete selbst wählen. Ausführlich beschreibt Rumpolt eine Fischpastete beim Hecht (rum-1778): Der Fisch wird in Stücke geschnitten, gewürzt und in eine aufgetriebene Pastete aus weißem Teig gelegt. Das ist ein Vergleich aus demselben Buch, keine Angabe dieser Nummer.
Der Eintrag besteht im Druck nur aus diesem Satz; Teig, Füllung und Backzeit nennt Rumpolt nicht.
Ein kleiner Süßwasserfisch. Rumpolt überschreibt das Kapitel „Von Grundel oder Schmerrling“, was für die Schmerle spricht; die Wörterbücher nennen daneben den Gründling. Welche Art er meint, lässt der Text offen.
Eingeschränkt. Die Nummer nennt nur die Überschrift; eine Pastete braucht Teig und eine Backgelegenheit. Frischer Fisch braucht eine durchgehende Kühlkette oder den Kauf am Markttag.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Grundel
Gewählte Lesart: Grundeln, die Druckform. Rumpolts Kapitelkopf „Von Grundel oder Schmerrling“ und das Deutsche Rechtswörterbuch sprechen für die Schmerle; der Text legt die Art aber nicht fest.
Andere mögliche Lesarten:
Grundel Pasteten (Teig, Füllung, Gefäß)
Gewählte Lesart: Rumpolt nennt nur die Gattung Pastete. Teig, Füllung, Würze und Backzeit stehen nicht da; wir ergänzen nichts.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 14.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.