Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Hirsebrei in einer Milch gekocht, ist auch gut.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Hirßbrey | Hirse (als Brei gekocht) | - | - | - |
| Milch | Milch | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein Hirsebrei, der in Milch statt in Brühe gekocht wird, heute als Milchhirse bekannt. Rumpolt gibt dazu nur diese eine Zeile. Sie steht als Nr. 106 direkt hinter dem ausführlich beschriebenen Hirsebrei mit Wachteln (Nr. 104, rum-1386) und dem Hirsebrei in Rindfleischbrühe (Nr. 105, rum-1387). Unterscheidendes Merkmal ist allein die Milch.
Milch als Garflüssigkeit. Belegt ist nur: Hirse, in Milch gekocht. Beim Kochen quillt die Hirse, ihre Stärke bindet die Milch zu einem weichen Brei. Mengen, Garzeit, Salz oder Süße nennt der Text nicht. Der Brei ist deshalb nicht auf eine Süßspeise festgelegt.
Praxis. Wer nachkocht, findet die Vorbereitung der Hirse ausführlich bei Nr. 104 (rum-1386). Das Verhältnis von Hirse zu Milch und die Würzung muss man selbst wählen; eine Prise Salz und nach Geschmack etwas Zucker sind ein moderner Vorschlag, kein Bestandteil des Textes. Milch brennt leicht an, deshalb bei mäßiger Hitze garen und öfter umrühren.
Die Zeile ist eine Kurzvariante in einer Reihe von Hirsebreien. Ausführlich beschreibt Rumpolt den Hirsebrei unter Nr. 104 (rum-1386) mit Rindfleischbrühe und Wachteln; Nr. 105 (rum-1387) nennt nur die Rindfleischbrühe, Nr. 106 nur die Milch. Mengen, Garzeit und Würzung nennt er hier nicht, und wir ergänzen sie im Text nicht.
Das sagt der Text nicht. Rumpolt nennt nur Hirse und Milch, weder Zucker noch Salz. Wer nachkocht, entscheidet die Würzung selbst.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Hirsebrei; „brey“ ist nur die Schreibung von Brei. Grimms Wörterbuch kennt „hirsebrei“ als Brei aus Hirse und vermerkt, dass auch die enthülsten Körner, die zur Breibereitung dienen, so heißen. Hier ist wie in den beiden vorangehenden Nummern das gekochte Gericht gemeint.
Rumpolts knappes Urteil, das die Zeile an die vorangehenden Hirsebreie anreiht; Nr. 105 schließt ähnlich mit „so ist es auch nicht böß“.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Hirßbrey | common millet Q259438 |
| Milch | milk Q8495 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
ist auch gut
Gewählte Lesart: Kurzvariante zum Hirsebrei Nr. 104 (rum-1386): Das „auch“ und die Stellung zwischen den Hirsebreien Nr. 104 und 105 reihen die Zeile an diese an; gemeint ist derselbe Brei, nur mit Milch als Flüssigkeit.
Andere mögliche Lesart:
Süßung, Würzung und Konsistenz
Gewählte Lesart: Rumpolt nennt nichts davon. Die Zeile sagt nur, dass Hirsebrei auch in Milch gekocht gut ist; wir ergänzen weder Zucker noch Salz noch Gewürze.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 16.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.