Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Stickelrüben mit geräuchertem Hammelfleisch sind auch gut und wohlschmeckend.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Stickelruben | Stickelrüben | - | Wochenmarkt, Gemüsehändler (Teltower Rübchen oder eine andere kleine, längliche Speiserübe) | - |
| geraͤuchertem Hammelfleisch | geräuchertes Hammelfleisch | - | Metzger | - |
Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern eine kurze Zeile im Kapitel über Zugemüse: Stickelrüben mit geräuchertem Hammelfleisch, dazu Rumpolts Urteil, das sei „auch gut vnd wolgeschmack“. Eine Zubereitung, Garzeit oder Menge nennt der Eintrag nicht.
Die Rüben. Stickelrüben sind kleine, längliche Speiserüben, heute am ehesten Teltower Rübchen. Geräuchert ist laut Text nur das Hammelfleisch, nicht die Rübe.
Praxis. Die folgende Nummer (rum-1463) beschreibt eine verwandte Fassung mit geräucherten Rüben: die Rüben fein klein schneiden, in warmem Wasser waschen und mit dem geräucherten Hammelfleisch in Wasser oder Rindfleischbrühe ansetzen. Sie ist als Nachbar der Reihe zu lesen, nicht als Anleitung zu diesem Eintrag.
Rumpolt nennt in den Nummern 178 bis 180 nur kurz die Verbindung von Rüben und Hammelfleisch: gelbe Rüben, weiße Wasserrüben, Stickelrüben. Ausgeführt wird sie erst in der folgenden Nummer 181, dort mit geräucherten Stickelrüben und geräuchertem Hammelfleisch, in Wasser oder besser in Rindfleischbrühe angesetzt. Für diese Nummer selbst ergänzen wir nichts.
Nein. Gemeint ist eine kleine, längliche Speiserübe, nach Campe die Teltower Rübchen, nicht die große runde Kohlrübe, die heute Steckrübe heißt.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Eine kleine, längliche Speiserübe, nicht die große runde Kohlrübe, die heute Steckrübe heißt. Grimms Wörterbuch (s. v. steckrübe) nennt die Steckrübe der Zeit „wegen ihrer langgestreckten form“ eine „lange rübe“, „stickelrübe“ ist bei Stieler eine Nebenform davon. Nach Campe heißen die Teltower Rübchen „Steckelrübe“, an anderer Stelle nennt er aber auch den Rübsen so. Welche Sorte Rumpolt genau meint, lässt sich nicht bestimmen.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| geraͤuchertem Hammelfleisch | mutton Q14566073 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Stickelruben
Gewählte Lesart: Eine kleine, längliche Speiserübe aus der Verwandtschaft der Teltower Rübchen: Grimm (s. v. steckrübe, nach Hulsius 1616) nennt sie eine „lange rübe“, Stieler führt „stickelrübe“ als Nebenform, Campe setzt „Steckelrübe“ mit den Teltower Rübchen gleich. Rumpolt selbst verlangt an anderer Stelle „kleine lenglichte StickelRuͤben“.
Andere mögliche Lesarten:
geraͤuchertem Hammelfleisch
Gewählte Lesart: Nur das Hammelfleisch ist geräuchert, die Rüben sind es nicht; so steht es im Text.
Andere mögliche Lesart:
Unsere Übersetzungen mittelalterlicher Rezepte können Fehler enthalten. Fällt dir etwas auf? Schreib uns an feedback@fyndling.de - wir korrigieren gerne und sind für jeden Hinweis dankbar.
Stand dieser Fassung: 16.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.