Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Knödelpasteten, weiß oder gelb, auf einem Rost abgebräunt, sind auch nicht schlecht.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Rehfleisch | - | Metzger, Wildhändler | - |
Welches Gericht ist das? Keine Anleitung, sondern eine Überschrift mit Urteil: Knödelpasteten, weiß oder gelb, auf einem Rost abgebräunt, „seindt auch nicht böß“. Das Reh nennt die Zeile nicht; es folgt daraus, dass sie im Rehkapitel steht. Teig, Füllung, Würze und Garzeit gibt Rumpolt an dieser Stelle nicht an.
Was steckt in den Knödelpasteten? Ausgeführt hat Rumpolt das Gericht vom Kalb (rum-0137): Fleisch mit Rinderfett sehr fein hacken, eingeweichten Weck, Gewürz, Eier, Pfeffer und Safran darunter hacken, runde Knödel formen, in eine aufgetriebene Pastete legen und im Ofen backen. Vom Hammel (rum-0169) ist es kürzer: mit Speck oder Rinderfett hacken, mit Eigelb anmachen, weiß lassen oder gelb machen, beim Anrichten eine saure Brühe mit Eigelb dazu. Das sind Vergleiche aus demselben Buch, keine Angaben dieser Nummer.
Der Rost. Abgebräunt heißt auf dem Rost braun werden lassen. Im Buch ist das sonst ein Schritt neben dem eigentlichen Garen. Für das Nachkochen liegt am nächsten, die fertig gebackenen Pasteten kurz auf dem Rost über der Glut nachzubräunen.
Weiß oder gelb. Ein Färbemittel nennt der Text nicht; das bleibt hier offen.
Praxis. Wer die Nummer nachkochen will, hält sich an die Kalbsfassung und ersetzt das Kalbfleisch durch Rehfleisch: die Masse hacken, Knödel formen, in eine Pastete legen, im Ofen backen und zum Schluss auf dem Rost bräunen. Das ist eine Übertragung, keine Anweisung dieser Nummer.
Rumpolt gibt an dieser Stelle nur eine Überschrift mit seinem Urteil. Ausführlicher beschreibt er Knödelpasteten vom Kalb (rum-0137) und vom Hammel (rum-0169); das Reh stammt hier allein aus dem Kapitel, in dem die Nummer steht.
Bei Rumpolt Pasteten mit einer Masse aus gehacktem Fleisch. Beim Kalb wird das Fleisch mit Rinderfett, eingeweichtem Weck, Eiern und Gewürz gehackt, zu runden Knödeln geformt, in eine aufgetriebene Pastete gelegt und im Ofen gebacken. Wie die Rehfassung aufgebaut ist, sagt der Text nicht.
Das sagt der Text nicht; er nennt nur die beiden Farbformen. Auch bei den Hammelknödelpasteten steht nur „magst es weiß lassen, oder gelb machen“. In der Kalbsfassung gehören Pfeffer und Safran zur Knödelmasse; ob das hier gemeint ist, bleibt offen. Mehr zu historischen Färbemitteln.
Auf einem Bratrost braun werden lassen. Rumpolt gebraucht „abbreunen“ im ganzen Buch für dieses Bräunen. Ob die Pasteten vorher gebacken werden oder ob die Knödel vor dem Einlegen gebräunt werden, sagt die Stelle nicht.
Nein. Die Nummer ist nur eine Überschrift ohne Zubereitung und lässt sich deshalb nicht einstufen.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Bei Rumpolt Pasteten mit einer Masse aus gehacktem Fleisch, vgl. die warmen Knödelpasteten vom Kalb (rum-0137) und vom Hammel (rum-0169). Wie sie hier aufgebaut sind, sagt der Text nicht.
Zwei Farbformen derselben Speise, wie öfter im Buch. Ein Färbemittel nennt der Text nicht.
Rost, Bratrost über der Glut. Ein Material nennt die Stelle nicht.
Abgebräunt: auf dem Rost braun werden lassen. Rumpolt gebraucht das Wort im ganzen Buch in diesem Sinn, oft zusammen mit dem Rost.
„Nicht schlecht“: Rumpolts zurückhaltendes Urteil über die Speise.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| (erschlossen) | roe-deer meat Q65244403 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Knoͤdel Pasteten
Gewählte Lesart: Pasteten mit einer Masse aus gehacktem Fleisch, hier vom Reh, weil die Nummer im Rehkapitel steht. So beschreibt Rumpolt die Knödelpasteten vom Kalb (Nr. 47: Fleisch mit Rinderfett gehackt, runde Knödel geformt, in eine aufgetriebene Pastete gelegt und im Ofen gebacken) und vom Hammel (Nr. 20: mit Speck oder Rinderfett gehackt, mit Eigelb angemacht). Teig und Füllung dieser Nummer nennt der Text nicht.
Andere mögliche Lesart:
abgebreunt
Gewählte Lesart: Abgebräunt, auf dem Rost braun werden lassen. Rumpolt gebraucht „abbreunen“ im ganzen Buch für dieses Bräunen, meist auf dem Rost (etwa bei Euter, Zunge und Knödeln).
Andere mögliche Lesart:
auff einem Roßt abgebreunt
Gewählte Lesart: Der Rost dient zum Bräunen, nicht zum eigentlichen Garen. Im Buch ist das Abbräunen auf dem Rost sonst ein Zwischenschritt neben einem anderen Garverfahren: Knödel werden „zum ersten“ auf dem Rost abgebräunt und dann eingedämpft, eine Zunge wird vorher gesotten. Ob die Pasteten vorher gebacken werden, sagt diese Nummer nicht.
Andere mögliche Lesarten:
gelb
Gewählte Lesart: Nur die Farbe der Speise; ein Färbemittel nennt der Text nicht. Auch die Hammelfassung sagt nur „magst es weiß lassen, oder gelb machen“.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 02.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.