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Wildente in Hirsebrei

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

WildHauptspeise · WildLesartViel InterpretationsspielraumMittelKorrekturBearbeitungsstand 7/10
BuchEin new Kochbuch (~1581)

Ebenfalls gekocht mit einem Hirsebrei, wie es vorhin für die Gans beschrieben ist.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
(erschlossen) Wildente - - -
Hiersebrey Hirse - - -

Welches Gericht ist das? Eine Wildente, die in Hirsebrei gekocht wird. Rumpolt schreibt dazu nur einen Satz und verweist auf seine Wildgans in Hirsebrei (rum-0586). Das Verfahren kommt von dort.

Das Verfahren der Gans. Der Vogel wird in Salzwasser gesotten und abgeschäumt, dann aus der Brühe genommen. Die Hirse wird gewaschen, verlesen, in Wasser abgebrüht und noch einmal gewaschen. Darauf kommt die Brühe samt Fett, und der Brei siedet im Topf unter häufigem Rühren, damit er nicht ansetzt. Er soll „nicht gar zu dick“ werden. Zum Schluss kommt der gesottene Vogel in den Brei und siedet darin noch einmal mit.

Fett. Bei der Gans verlangt Rumpolt viel Gänsefett, das macht den Brei erst wohlschmeckend. Eine Ente gibt weniger her: das Fett vom Sud abschöpfen und in den Brei geben, bei Bedarf mit etwas Schmalz ergänzen.

Praxis. Ente zerlegen und in Salzwasser etwa 1 bis 1,5 Stunden sieden, bis sie zart ist; das ist eine moderne Richtgröße, keine Angabe der Quelle. Die Hirse in der Entenbrühe weich kochen, eher locker als steif halten, die Entenstücke einlegen und kurz mitziehen lassen.

Wo steht, wie der Hirsebrei gemacht wird?

Bei der Wildgans in Hirsebrei (rum-0586): Vogel in Salzwasser sieden und abschäumen, Hirse waschen, verlesen und abbrühen, dann in der Brühe mit dem Fett unter häufigem Rühren nicht zu dick sieden lassen und den Vogel zum Schluss wieder hineingeben.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

10. Auch widerumb gekocht mit einem Hiersebrey, wie vorhin vermeldet ist von einer Ganß zu kochen.
Auch widerumb

„Ebenfalls, ebenso“: eine weitere Zubereitung der Wildente, kein Wiederholungsschritt.

Hiersebrey

Hirsebrei. Bei Rumpolt das Gargut, in dem der Vogel gekocht wird (so ausgeführt bei der Wildgans, rum-0586), keine bloße Beilage.

wie vorhin vermeldet ist von einer Ganß zu kochen

Verweis auf die Wildgans in Hirsebrei (rum-0586, Nr. 7 im Kapitel der wilden Gans). Das Verfahren steht dort und wird hier nicht wiederholt.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von Wildenten
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

Hiersebreycommon millet Q259438

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartwiderumb

Gewählte Lesart: „ebenfalls, ebenso“: nach „Auch“ leitet es eine weitere Zubereitung im Kapitel ein.

Andere mögliche Lesart:

  • „nochmals, erneut“ als Verfahrensschritt - So im Gänserezept rum-0586 („wasch jn widerumb auß“); hier steht kein vorausgehender Schritt, den es wiederholen könnte.

LesartHiersebrey

Gewählte Lesart: Hirsebrei, in dem die Ente gegart wird: Rumpolt gibt bei der Gans den gesottenen Vogel zum Schluss in den Brei und lässt ihn darin noch einmal sieden (rum-0586).

Andere mögliche Lesart:

  • Hirsebrei als getrennt gereichte Beilage - Vom Bezugsrezept nicht gedeckt; dort wird der Vogel im Brei gekocht.

LesartFett für den Brei

Gewählte Lesart: Für die Ente nennt Rumpolt nichts; bei der Gans verlangt er „viel Feißt von der Ganß“. Übertragen heißt das: das Fett aus dem Entensud.

Andere mögliche Lesart:

  • Abgeschöpftes Entenfett, bei Bedarf mit etwas Schmalz ergänzt - Moderne Praxis, weil eine Ente weniger Fett liefert als eine Gans; vom Text nicht vorgegeben.

LesartZerlegen und Garzeit der Ente

Gewählte Lesart: Der Text nennt weder Zerlegen noch Zeit; bei der Gans heißt es „glid sie ab“ (zerlege sie), eine Garzeit fehlt auch dort.

Andere mögliche Lesart:

  • Ente zerlegt etwa 1 bis 1,5 Stunden sieden, bis sie zart ist - Moderne Richtgröße für eine Wildente, nicht aus der Quelle.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. LXXVa, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-0636
LagerkücheLagerküche
Nein: Verweisrezept ohne eigene Anleitung; das Verfahren steht bei der Wildgans in Hirsebrei (rum-0586).
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Stand dieser Fassung: 07.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.