Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Koppen in Pasteten oder zum Zubereiten, es sei weiß, schwarz oder gelb, sind sie gut und wohlschmeckend.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| Koppen | Koppen | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Koppen, wohl Groppen, also kleine Süßwasserfische, entweder in einer Pastete oder anders zubereitet. Die Nummer ist die dritte und letzte im Koppenkapitel und besteht aus einer einzigen Zeile; Mengen, Teig, Zutaten und Garzeit nennt Rumpolt nicht.
In Pasteten. Wie eine Koppenpastete bei Rumpolt aussieht, steht ausgeführt weiter hinten bei den Fischpasteten (rum-1790): die Fische ausnehmen und waschen, in eine Pastete aus hellem Teig legen, würzen, mit frischer Butter backen und mit einer sauren Eigelbbrühe übergießen. Diese Zeile verweist darauf nicht ausdrücklich, die Ausführung ist eine Parallele.
Zum Einmachen, weiß, schwarz oder gelb. „Einmachen“ ist bei Rumpolt vieldeutig, hier steht es ohne Zusatz; das Verfahren bleibt offen. Die drei Farben sind Rumpolts gängige Farbangaben; womit sie hier erreicht oder gebunden werden, sagt die Zeile nicht, und wir ergänzen keine Zutaten.
Praxis. Die Koppen frisch kaufen und bis zum Garen kühl halten. Wer die Pastete nachkochen will, folgt der ausgeführten Koppenpastete (rum-1790). Für die zweite Zubereitung gibt diese Nummer kein Rezept her; eine bestimmte Farbe und ihre Zutaten bleiben offen.
Ein kleiner Süßwasserfisch, wohl die Groppe, auch Kaulkopf oder Mühlkoppe genannt (Cottus gobio). So erklären das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch und das Deutsche Wörterbuch das Wort, und Rumpolt führt die Koppen in einem eigenen Kapitel seines Fischteils. Ganz sicher ist die Art nicht: Ein anderes Rezept im Korpus (teg-043) liest den Namen als Kaulbarsch.
Rumpolt nennt zu dieser Nummer nur diese eine Zeile. Eine ausgeführte Koppenpastete gibt Rumpolt weiter hinten bei den Pasteten (rum-1790); für die zubereiteten Koppen gibt es keine eigene Anleitung.
Das sind bei Rumpolt Farbangaben für ein zubereitetes Gericht, meist einer Brühe oder Sauce. Welche Zutaten die Farbe geben, nennt diese Zeile nicht. Bei anderen Fischen führt Rumpolt schwarze und gelbe Saucen aus; diese Anleitungen übertragen wir nicht in dieses Rezept.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Name eines kleinen Süßwasserfisches, wohl der Groppe oder des Kaulkopfs (Cottus gobio); so erklären das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (koppe) und das Deutsche Wörterbuch (kopp, koppe) das Wort. Dass ein Fisch gemeint ist, zeigt das Kapitel „Von Koppen seind dreyerley Speiß vnd Trachten zu machen“ in Rumpolts Fischteil, zu dem auch die beiden vorangehenden Nummern gehören (rum-1148, rum-1149).
„Einmachen“ ist bei Rumpolt vieldeutig: Es heißt meist, etwas in etwas zuzubereiten, nicht haltbar zu machen wie heute; das Verfahren ergibt sich aus dem Zusammenhang. Hier steht es ohne Zusatz, das Verfahren bleibt offen.
Rumpolts gängige Kurzformel für die Farbe des zubereiteten Gerichts, etwa beim Meerigel („zum eynmachẽ/ es sey schwartz oder gelb“, rum-0491a) oder bei den Hirschhoden (rum-0303). Womit es hier weiß, schwarz oder gelb wird, sagt die Zeile nicht.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Koppen (Kapiteltier)
Gewählte Lesart: Groppe (Kaulkopf, Mühlkoppe, Cottus gobio), ein kleiner Süßwasserfisch. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch erklärt koppe als „ein Fisch, wohl: Kaulkopf, Cottus gobio“, das Deutsche Wörterbuch kopp, koppe ebenso. Das Kapitel steht im Fischteil; dieselbe Lesart tragen die Kapitelnachbarn (rum-1148, rum-1149) und die Koppenpastete (rum-1790).
Andere mögliche Lesarten:
es sey weiß/ schwartz oder gelb
Gewählte Lesart: Farbe des Gerichts, in dem die Koppen zubereitet werden. Rumpolt gebraucht die Formel „schwartz oder gelb“ regelmäßig für Saucen und Zubereitungen, beim Meerigel gerade im Anschluss an „zum eynmachẽ“ (rum-0491a). Farbmittel nennt diese Zeile nicht; die Übersetzung gibt nur „es sei weiß, schwarz oder gelb“ wieder.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 14.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.