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Haferkörner in Milch gekocht

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

BeilageBeilageEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10
BuchEin new Kochbuch (~1581)

Haferkörner, in einer Milch gekocht, sind auch nicht übel.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Haberkoͤrner Haferkörner - Bioladen, Reformhaus -
Milch Milch - - -

Welches Gericht ist das? Haferkörner, in Milch gar gekocht. Heraus kommt ein Milchhafer, ein Haferbrei aus dem Korn, entfernt verwandt mit dem heutigen Porridge. Mehr steht unter dieser Nummer nicht: keine Mengen, keine Garzeit, kein Salz, keine Süße. Auch die Milch bleibt ohne nähere Angabe.

Ganze Körner oder Grütze? Rumpolt schreibt „Haberkörner“ und meint die Körner, nicht das Mehl, das er in den beiden vorangehenden Nummern „Habermehl“ nennt. Ob die Körner ganz, geschält oder geschrotet in die Milch kommen, sagt er nicht. Geschälte Haferkörner liegen am nächsten am Wortlaut; Hafergrütze geht ebenso.

Praxis. Eine eigene Anleitung gibt es nicht, und wir ergänzen keine. Wie Rumpolt Haferkörner sonst vorbereitet, zeigt sein Suppenkapitel (rum-1639): Dort werden sie eingeweicht, gewaschen und verlesen und dann mit Butter und Salz langsam gesotten. Das ist die Anleitung jener Nummer, nicht dieser. Beim Kochen in Milch geben die Körner Stärke ab, die Milch wird sämig; Milch brennt leicht an, schwache Hitze und Rühren helfen. Das steht nicht im Text.

Was ist „Haberkörner“?

Haferkörner. Rumpolt meint die Körner, denn das Mehl nennt er in den vorangehenden Nummern eigens „Habermehl“. Ob ganz, geschält oder geschrotet, sagt der Text nicht.

Warum steht hier keine Anleitung?

Rumpolt nennt zu dieser Nummer nur diesen einen Satz. Mengen, Garzeit und weitere Zutaten gibt er nicht an.

Wie bereitet man die Haferkörner vor?

Diese Nummer sagt es nicht. In seinem Suppenkapitel (rum-1639) lässt Rumpolt Haferkörner einweichen, waschen und verlesen, bevor sie mit Butter und Salz in Erbsbrühe langsam sieden. Das ist ein anderes Rezept, zeigt aber, wie er mit dem Korn umgeht.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

94. Haberkoͤrner in einer Milch gekocht, seind auch nicht boͤß.
Haberkoͤrner

Haferkörner, die Frucht der Haferpflanze (FWB „haber“, DWB „haberkorn“). Das Mehl nennt Rumpolt in den beiden vorangehenden Nummern eigens „Habermehl“, hier sind also die Körner gemeint. Ob ganz, geschält oder geschrotet, sagt der Text nicht.

nicht boͤß

„Nicht böse“, also nicht schlecht, nicht übel. Eine zurückhaltende Wertung: Die drei vorangehenden Hafergerichte nennt Rumpolt „gut“.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von allerlei Gemüse
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

Haberkoͤrneroats Q24265484
Milchmilk Q8495

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartHaberkoͤrner

Gewählte Lesart: Haferkörner, am ehesten ganze oder geschälte Körner. Das Wort meint das Korn der Haferpflanze; Rumpolt trennt es in den Nachbarnummern ausdrücklich vom „Habermehl“, und in seinem Suppenkapitel werden „Haberkern“ als ganze Körner eingeweicht, gewaschen und verlesen (rum-1639).

Andere mögliche Lesart:

  • Hafergrütze oder geschrotete Haferkörner - Der Text nennt die Form des Korns nicht, ausgeschlossen ist sie also nicht. Für Grütze oder Schrot gibt es bei Rumpolt unter diesem Wort aber keinen eigenen Beleg.

LesartWürzen und Garzeit

Gewählte Lesart: Der Satz nennt nur Haferkörner und Milch: kein Salz, keine Süße, kein Fett, keine Garzeit. Die Zeile bleibt so offen, wie Rumpolt sie lässt.

Andere mögliche Lesart:

  • Mit Butter und Salz langsam sieden lassen, wie Rumpolt es für Haferkerne in Erbsbrühe angibt (rum-1639). - Ein Verfahren aus einem anderen Rezept mit anderer Flüssigkeit; es zeigt Rumpolts Umgang mit dem Korn, lässt sich aber nicht auf diese Nummer übertragen.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. CXLVIIIa, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-1376
LagerkücheLagerküche
Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur eine Zeile: Haferkörner in Milch kochen. Mengen, Garzeit und Vorbereitung fehlen, und die Zeile verweist auf kein ausgeführtes Rezept. Für solche Kurzzeilen bleibt es bei „nein“.
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Stand dieser Fassung: 16.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.