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Gehacktes von Schnepfen mit Knoblauch

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

WildHauptspeise · WildEinfachKorrekturBearbeitungsstand 7/10
BuchEin new Kochbuch (~1581)

Gehacktes von Schnepfen, auch mit Knoblauch.

Welches Gericht ist das? Kein Rezept zum Nachkochen, sondern eine Nennung: Als letzte der elf Speisen im Kapitel von der Schnepfe führt Rumpolt nur „Gehackts von Schnepffen/ vnd mit Knobloch“ auf, ohne Mengen, Garschritt oder Anleitung.

Was ist „Gehackts“? Bei Rumpolt kein rohes Hackfleisch. Wo er das Gericht ausführt, beim Gehackten von Schnepfen als Nr. 7 (rum-0767) und beim Rebhuhn (rum-0750), ist es gebratenes, klein geschnittenes Fleisch, das in Brühe aufgesotten wird. Ob er hier dasselbe meint, sagt die Zeile nicht.

Und der Knoblauch? Er ist das Einzige, was diese Nummer von Nr. 7 unterscheidet. Am nächsten liegt, dass das Gehackte mit Knoblauch gewürzt wird. Menge und Form, ob mitgehackt oder nur in der Brühe, nennt Rumpolt nicht.

Praxis. Der Eintrag gibt keine Methode vor, deshalb legen wir keine fest. Wer etwas daraus machen will, hält sich an Nr. 7 und gibt Knoblauch nach eigenem Geschmack dazu; das ist eine eigene Übertragung, kein überliefertes Rezept.

Warum fehlt eine ausführliche Anleitung?

Rumpolt nennt zu dieser Nummer nur die Überschrift, sie ist die letzte Zeile seines Schnepfen-Kapitels. Das ausgeführte Gehackte von Schnepfen steht als Nr. 7 (rum-0767); ob er hier dasselbe Verfahren, nur mit Knoblauch, meint, sagt der Text nicht. Wir ergänzen bewusst nichts.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

11. Gehackts von Schnepffen, vnd mit Knobloch.
Gehackts

Gehacktes, bei Rumpolt ein Gericht aus gebratenem, klein geschnittenem Fleisch in Brühe, nicht rohes Hackfleisch; vergleiche Nr. 7 (rum-0767).

Knobloch

Knoblauch. Die einzige Zutat, die diese Nummer nennt; eine Menge fehlt.

Schnepffen

Schnepfen. Das Kapitel heißt „Von Schnepffen sind eilfferley Speiß vnd Trachten zu machen“.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von Schnepfen
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

Lesartvnd mit Knobloch

Gewählte Lesart: „auch mit Knoblauch“: Rumpolt nennt das Gehackte von Schnepfen ein zweites Mal, diesmal in der Spielart mit Knoblauch, die es von Nr. 7 (rum-0767, mit saurem Senf) unterscheidet. Deshalb steht in der Übersetzung „auch“ statt eines bloßen „und“.

Andere mögliche Lesarten:

  • Ein einziges Gericht: Gehacktes von Schnepfen, mit Knoblauch gewürzt - Die naheliegende Praxis-Lesart und so in der Zubereitungsnotiz verwendet; sie unterscheidet sich von der Hauptlesart nur in der Gewichtung, nicht im Ergebnis.
  • Zwei Varianten unter einer Nummer: Gehacktes ohne und Gehacktes mit Knoblauch - Das „vnd“ ließe sich so lesen, wie Rumpolt bei der Taube (rum-0784) Knoblauch oder Zitronensaft zur Wahl stellt. Da die schlichte Form schon als Nr. 7 steht, ist eine Doppelnennung hier weniger wahrscheinlich.

LesartGehackts

Gewählte Lesart: Gehacktes aus gebratenem, klein geschnittenem Fleisch, wie Rumpolt es bei Nr. 7 (rum-0767) und beim Rebhuhn (rum-0750) beschreibt.

Andere mögliche Lesart:

  • Rohes Hackfleisch im heutigen Sinn - Wörterbücher führen „Gehäcktes“ auch als Hackfleisch, Rumpolts ausgeführte Gehackt-Rezepte arbeiten aber durchweg mit bereits gebratenem Fleisch.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. LXXXVIIIb, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-0771
LagerkücheLagerküche
Nur eine Titelzeile, keine Anleitung überliefert. Das ausgeführte Gehackte von Schnepfen steht als Nr. 7 ([rum-0767](/rezepte/rum-0767/)).
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Stand dieser Fassung: 07.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.