Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Weiß und sauer mit Zitronen sind sie auch gut.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| (erschlossen) | Rot Euglein (aus der Kapitelüberschrift „Von Rot Euglein seind viererley Speiß vnd Trachten zu machen“) | - | - | - |
| Limonien | Limonien | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Rot Euglein, weiß und sauer mit Zitronen zubereitet. Es ist die vierte und letzte Nummer im Kapitel „Von Rot Euglein“: Die Nachbarn braten die Fische, backen sie oder richten sie gelb mit Zwiebeln an. Zu dieser Nummer steht nur die eine Zeile, ohne Garart, Flüssigkeit, Mengen oder Garzeit. Heute erinnert das allenfalls an Fisch in heller Zitronensauce, aber nur als grobe Gattung.
Der Fisch. Die Zeile selbst nennt ihn nicht, „sie“ meint die Rot Euglein aus der Kapitelüberschrift. Welche heutige Art Rumpolt meint, lässt sich nicht sicher sagen. Am wahrscheinlichsten ist das Rotauge, auch Plötze genannt, möglich ist auch die Rotfeder. Im Titel bleibt deshalb die Druckform Rot Euglein.
Weiß und sauer. „Weiß“ heißt: ungefärbt, im Gegensatz zur gelben Zubereitung der vorangehenden Nummer. „Sauer“ kommt hier von den Zitronen. Ob eine Sauce gemeint ist, worauf sie steht und ob sie gebunden wird, sagt die Zeile nicht; anders als beim Hausen (Rezept 872) fehlt sogar das Wort „eyngemacht“.
Wie Rumpolt die Formel sonst ausführt. Ausgeschrieben ist „weiß und sauer mit Limonien“ nur bei den Krammetsvögeln: Rindfleischbrühe, Muskatblüte, wenig eingebranntes Mehl und frische Butter, mit Zitronen gesäuert, „daß weiß vnd saur bleibt“ (Rezept 829). Das ist ein Geflügelgericht und ein Vergleich aus demselben Buch, keine Angabe dieser Nummer.
Praxis. Belegt sind nur die Farbe, der saure Geschmack und die Zitronen. Wer das Gericht kocht, nimmt heute Rotaugen und frische Zitronen und muss Garart und Sauce selbst wählen, am ehesten nach Rezept 829. Das ist dann eine Entscheidung des Kochs, keine Rekonstruktion von Rumpolts Verfahren. Mengen und Zeiten nennt der Text nicht.
Ein Süßwasserfisch aus der Karpfenverwandtschaft. Am wahrscheinlichsten ist das Rotauge, auch Plötze genannt; das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch lässt aber offen, ob nicht auch die Rotfeder gemeint sein kann. Deshalb steht im Titel Rumpolts eigener Name.
Die Zeile selbst nennt kein Tier, sie sagt nur „sie“. Sie ist die vierte Nummer im Kapitel „Von Rot Euglein“, und bei Rumpolt gilt jede Nummer eines Kapitels dem Tier aus der Kapitelüberschrift.
Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur diese eine Zeile. Mit „auch gut“ stellt Rumpolt sie als weitere Möglichkeit neben die vorangehenden Zubereitungen des Kapitels. Ausgeschrieben hat er die Formel „weiß und sauer mit Limonien“ nur bei den Krammetsvögeln (Rezept 829); für die Rot Euglein ergänzen wir bewusst nichts.
Zitronen. Gesalzene Zitronen nennt Rumpolt eigens „gesaltzen Limonien“; diese Zeile hat den Zusatz nicht.
Eingeschränkt. Frischer Fisch braucht bis zum Garen eine durchgehende Kühlkette. Rumpolt überliefert hier nur eine Kurzform ohne Mengen, Garart und Garzeit.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Ein Süßwasserfisch, den Rumpolt in einem eigenen Kapitel behandelt. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch erklärt rotauge als Rotauge oder Plötze (Rutilus rutilus); unter rote hält es dagegen fest, dass sich die Art aus den Belegen nicht ermitteln lässt, gemeint sein kann auch die Rotfeder. Grimms Wörterbuch führt die Form roteuglin unter Rotauge. Das Rotauge ist die wahrscheinlichste Deutung, festlegen lässt sie sich nicht. Mit den „Euglein“ der Lampreten, also deren Augen, hat das Wort nur die Verkleinerungsform von Auge gemeinsam.
Weiß und sauer: eine helle, nicht gefärbte Zubereitung mit saurem Geschmack. Rumpolt verwendet die Formel bei mehreren Fischen; bei den Krammetsvögeln schreibt er sie aus: „Auch mit Limonien eyngemacht/ daß weiß vnd saur bleibt“ (Rezept 829).
Zitronen. Gesalzene Zitronen nennt Rumpolt eigens „gesaltzen Limonien“; hier steht nur „Limonien“.
Mit „auch gut“ stellt Rumpolt die Zubereitung neben die vorangehenden Nummern des Kapitels. „Sie“ sind die Rot Euglein aus der Kapitelüberschrift.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Limonien | lemon Q1093742 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Rot Euglein
Gewählte Lesart: Rotauge oder ein verwandter rotflossiger Karpfenfisch, die Art bleibt offen. Der Fisch steht nicht in der Zeile, sondern im Kapitelkopf „Von Rot Euglein seind viererley Speiß vnd Trachten zu machen“. Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch belegt rotauge als Rotauge oder Plötze (Rutilus rutilus), Grimms Wörterbuch führt roteuglin unter Rotauge. Titel und Text behalten deshalb die Druckform.
Andere mögliche Lesarten:
Limonien
Gewählte Lesart: Frische Zitronen. Die Zeile sagt nur „Limonien“; gesalzene Zitronen bezeichnet Rumpolt ausdrücklich als „gesaltzen Limonien“. Gleiche Lösung wie beim Hausen (Rezept 872) und beim Stör (Rezept 884).
Andere mögliche Lesarten:
Weiß saur (Garart und Grundlage)
Gewählte Lesart: Nichts ergänzen: Die Zeile sagt nur, dass die Fische weiß, also ungefärbt, und mit Zitronen sauer zubereitet werden. Garart, Flüssigkeit und Bindung bleiben offen. Ein „eyngemacht“ wie beim Hausen (Rezept 872) steht hier nicht.
Andere mögliche Lesarten:
auch (Bezug)
Gewählte Lesart: „Auch gut“ stellt diese Zubereitung als weitere Möglichkeit neben die vorangehenden Nummern des Kapitels, ohne auf eine bestimmte zu verweisen.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 14.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.