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Weißer Kopfsalat, überbrüht, mit Essig, Öl und Zucker

Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581

BeilageBeilageLagerkücheLagerküche-tauglichEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10
Zubereitungszeitca. 15 Min. KüchenzeitBuchEin new Kochbuch (~1581)

Blanchiere den weißen Kopfsalat in Wasser und kühle ihn danach wieder ab. Mache ihn mit Essig, Öl und Salz an. Gieße zerstoßenen weißen Zucker darüber. Das ist auch gut.

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Weiß Kopffel Salat Kopfsalat, weiß - - -
Wasser Wasser - - -
Essig Essig - - -
Oel Öl - - Olivenöl oder Rapsöl
Saltz Salz - - -
weissen Zucker/ der gestoßen ist weißer Zucker, zerstoßen - - -

Welches Gericht ist das? Ein weißer Kopfsalat, der kurz in Wasser überbrüht, wieder abgekühlt und dann mit Essig, Öl und Salz angemacht wird. Obenauf kommt gestoßener weißer Zucker. Das Überbrühen unterscheidet ihn vom rohen Salat, der Zucker gibt der sauren Marinade eine süße Seite.

Überbrühen und Abkühlen. Rumpolt nennt weder Zeit noch Zerkleinerung. Praktisch: den Salat in Blätter lösen oder vierteln, 30 bis 60 Sekunden in kochendes Wasser geben, sofort in kaltes Wasser legen und gut abtropfen lassen. Die Blätter fallen zusammen, werden bissweich und nehmen die Marinade gut an. Das kalte Wasser stoppt das Garen.

Der Zucker. Rumpolt schreibt, der Zucker werde „darüber gegossen“. Gestoßener Zucker ist trocken, praktisch wird er also darübergestreut. Er kommt erst auf den fertig angemachten Salat.

Praxis. Mengen nennt der Text nicht, Essig, Öl, Salz und Zucker nach Geschmack. Die Zubereitungszeit von etwa 15 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja. Zum Überbrühen genügt ein Topf Wasser, angemacht wird kalt, und Essig, Öl, Salz und Zucker sind Vorrat. Nur der frische Kopfsalat ist verderblich und muss bis zur Zubereitung kühl liegen.

Was bedeutet „gequellt“ im Rezept?

Der Salat wird kurz in Wasser überbrüht und danach wieder abgekühlt. Einen Zweck dafür nennt Rumpolt nicht.

Warum kommt Zucker auf den Salat?

Rumpolt lässt beim Kopfsalat die Wahl zwischen süß und sauer: Vom grünen Kopfsalat im selben Kapitel sagt er, er sei auf beide Arten gut, „es sey suͤß oder saur“. Hier kommt gestoßener weißer Zucker zur Marinade aus Essig, Öl und Salz hinzu.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.

4. Weiß Kopffel Salat im Wasser gequellt, vnd widerumb außgekuͤlet, mit Essig, Oel vnnd Saltz angemacht, weissen Zucker, der gestoßen ist, daruͤber gegossen, ist auch gut.
Kopffel Salat

Kopfsalat. Das Grimm'sche Wörterbuch führt die Form „köpfelsalat“ als Kopfsalat, mit einem Beleg bei Fischart: „ein köpfelsalat mit öl vermengt“.

Weiß

Rumpolt unterscheidet im Kapitel weißen und grünen Salat. Welche Sorte oder welcher Teil des Kopfes gemeint ist, sagt er nicht.

gequellt

Von „quellen“: kurz in Wasser überbrühen. Rumpolt gebraucht das Wort im Salatkapitel durchgehend so, etwa „in gesottenem Wasser gequellt“ (Nr. 8).

widerumb außgekuͤlet

Wieder abgekühlt, nach dem Überbrühen.

gestoßen

Im Mörser zerstoßen.

Druck
Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle
Teil
Von allerlei Kräutersalat
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Frankfurter Druckersprache mit oberdeutscher Schreibung, südwestdeutsch/rhein-mainischer Küchenwortschatz, 1581)
Entstehung
Frankfurt am Main, 1581

Normdaten der Zutaten

Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.

Wasserwater Q283
Essigvinegar Q41354
Oelcooking oil Q427457
Saltztable salt Q11254

Lesarten

Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.

LesartDauer des Quellens

Gewählte Lesart: Rumpolt gibt keine Zeit an. Das „überquellt“ beim grünen Kopfsalat (Nr. 5) spricht für ein ganz kurzes Überbrühen, nicht für ein Garkochen.

Andere mögliche Lesart:

  • Modern: 30 bis 60 Sekunden in kochendem Wasser, dann kalt abschrecken. - Praktische Umsetzung, im Text nicht belegt; siehe Zubereitungshinweis.

LesartSalat im Ganzen oder zerteilt

Gewählte Lesart: Der Text nennt keine Zerkleinerung, die Stelle bleibt offen.

Andere mögliche Lesart:

  • Blätter lösen oder den Kopf vierteln. - Praktisch, damit das Wasser alle Blätter erreicht. Rumpolt schneidet den weißen Salat in Nr. 8 fein klein, sagt das hier aber nicht.

Originalwerk (~1581) gemeinfrei.

Bildquelle
Bl. CLVIIb, Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, PPN824825497 Quelle öffnen
Transkription
Deutsches Textarchiv (DTA), Transkription Justus-Liebig-Universität Gießen 2013 Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
Permalink
https://w3id.org/fyndling/rum-1511
LagerkücheLagerküche
Für das Überbrühen genügt ein Topf Wasser, dazu kaltes Wasser zum Abkühlen; angemacht wird kalt. Essig, Öl, Salz und Zucker sind Vorrat. Der frische Kopfsalat ist verderblich und muss bis zur Zubereitung kühl gelagert werden.
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Stand dieser Fassung: 17.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.