Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Willst du ihn wiederum schwarz zubereiten, auf eine andere Art: Wenn die Pfeffersauce fertig ist, schneide den Aal in Stücke. Röste ihn in Butter. Gib ihn in die Pfeffersauce und lass ihn darin sieden. So wird er gut und wohlschmeckend.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| den Aal | Aal | - | Fischhändler (frisch), gut sortierter Supermarkt (gefroren) | - |
| der Butter | Butter | - | - | - |
| den Pfeffer | Pfeffer | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Aalstücke, in Butter geröstet und in einer schon fertigen schwarzen Pfeffersauce gar gezogen. Die Nummer ist ein Verweis: Sie setzt die Sauce voraus und beschreibt sie nicht. Heute erinnert das lose an Aal in dunkler Sauce, etwa die französische Matelote; eine Linie dorthin ist nicht belegt.
Welche Sauce? Im Aal-Kapitel schreibt Rumpolt eine Pfeffersauce nur bei Nr. 7 aus (rum-1067). Wir nehmen sie als Vorlage. Der Unterschied zu Nr. 7: Dort wird der Aal gewickelt, abgebrüht, in der Sauce gesotten und kalt aufbewahrt; hier wird er in Stücken in Butter geröstet und warm aus der Sauce gegessen.
Rösten in Butter. Das Anrösten gibt Röstaromen und festigt das weiche, fette Fleisch, sodass die Stücke beim Sieden nicht zerfallen.
Praxis. Zuerst die Sauce nach rum-1067 kochen, durchstreichen und abschmecken. Den Aal ausnehmen, die Haut nach Geschmack abziehen, in Stücke schneiden und in der Pfanne bei mittlerer Hitze in Butter rundum anrösten. Dann in die Sauce legen und schwach sieden lassen, bis er gar ist, etwa 15 bis 25 Minuten; das ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an. Weil die Sauce von Nr. 7 Karpfenblut enthält, das Blut nur ganz frisch verwenden und die Sauce vollständig durcherhitzen.
Eine fertige, gebundene und gewürzte Sauce, in die der Aal gelegt wird, nicht das Gewürz allein. Im selben Kapitel beschreibt Rumpolt sie bei Nr. 7 (rum-1067); sie ist dort mit Karpfenblut, Malvasier und Roggenbrot gemacht.
Ja, mit der Sauce aus rum-1067. Dass Rumpolt genau diese meint, ist unsere Lesart; es ist die einzige im Aal-Kapitel ausgeschriebene Pfeffersauce.
Eingeschränkt. Frischer Aal braucht eine Kühlkette. Die Sauce muss vorher fertig sein.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Bei Rumpolt nicht das Gewürz allein, sondern eine gebundene, gewürzte Sauce, in die der Fisch gelegt wird. Im Aal-Kapitel schreibt er sie nur bei Nr. 7 aus (rum-1067): Karpfenblut, Malvasier, wenig Essig, Roggenbrot, Bertramkraut, Zimt, Pfeffer, Nelken und Zucker, durchgestrichen. Allgemeines zu diesen Saucen steht unter Pfeffersaucen.
Das Wort ist vieldeutig. Hier folgt das Verfahren im Text selbst (rösten, in den Pfeffer geben, darin sieden); „schwarz eynmachen“ benennt die Zubereitung, deshalb „schwarz zubereiten“. Haltbar gemacht wird nichts.
Rumpolts Farbangabe für die Sauce. Seine ausgeschriebenen schwarzen Fischsaucen sind mit Karpfenblut gemacht, etwa beim Hausen (rum-0853) und beim Aal Nr. 7 (rum-1067). Diese Nummer nennt kein Farbmittel.
Eine bei Rumpolt häufige Wendung für das Rösten in Butter. Wie stark geröstet wird, sagt der Text nicht.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| den Aal | eel Q79213588 |
| der Butter | butter Q34172 |
| den Pfeffer | pepper Q3143131 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Gewählte Lesart: Die schwarze Pfeffersauce von Nr. 7 (rum-1067), weil sie die einzige im Aal-Kapitel ausgeschriebene Pfeffersauce ist und durch Karpfenblut dunkel wird. Rumpolt nennt die Nummer nicht; das ist eine Lesart.
Andere mögliche Lesarten:
schwartz
Gewählte Lesart: Farbangabe der Sauce; das Farbmittel nennt diese Nummer nicht. In den ausgeschriebenen schwarzen Fischsaucen Rumpolts ist es Karpfenblut.
Andere mögliche Lesart:
roͤßt jhn auß der Butter
Gewählte Lesart: In Butter rösten, also in der Pfanne anbraten. Kein anderes Fett und kein Rost wird genannt.
Andere mögliche Lesart:
Abziehen und Ausnehmen des Aals
Gewählte Lesart: Offen. Nr. 9 schweigt dazu; Rumpolt entscheidet je Rezept verschieden, Nr. 7 zieht den Aal ab, Nr. 5 lässt die Haut dran.
Andere mögliche Lesart:
laß darinnen sieden (Hitze und Dauer)
Gewählte Lesart: Der Text sagt nur „sieden“, ohne Hitze oder Zeit. Das „fein gemach“ aus Nr. 7 liegt nahe, steht hier aber nicht.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 12.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.