Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Geräucherte Neunaugen gebraten und mit Pfeffer auf den Tisch gegeben, zu einem Salat.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Geraͤucherte Neunaugen | - | - | - | |
| Pfeffer | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Fertig geräucherte Neunaugen, gebraten und mit Pfeffer aufgetragen. Rumpolt setzt die Räucherware als Zutat voraus; das Rezept beschreibt nur das Braten und das Anrichten.
Pfeffer. Gemeint ist wahrscheinlich gestoßener Pfeffer als Würze, wie bei den frisch gebratenen Neunaugen in rum-1114. Eine gebundene Pfeffersauce, die Rumpolt ebenfalls „Pfeffer“ nennt, ist nicht ganz ausgeschlossen; dafür gibt der Text aber keine Zubereitung an.
Salat. „Zu einem Salat“ heißt bei Rumpolt: als Beigabe oder kalte Zukost geben. Ob die Neunaugen nach dem Braten abkühlen, sagt er nicht.
Braten. Rumpolt nennt weder Rost noch Pfanne, weder Fett noch Zeit.
Praxis. Die geräucherten Neunaugen in der Pfanne bei mittlerer Hitze kurz braten und mit frisch gestoßenem Pfeffer bestreut auftragen. Ob warm oder abgekühlt, lässt der Text offen.
Rumpolt nennt zu dieser Nummer nur eine Zeile: geräucherte Neunaugen braten, mit Pfeffer auftragen, als Salat geben. Gerät, Fett und Garzeit nennt Rumpolt nicht.
Bei Rumpolt ist „zu einem Salat“ eine Beigabe oder kalte Zukost, kein Blattsalat. Beim Kalbshaxen-Gericht rum-0124 gebraucht er dieselbe Wendung. Ob die Neunaugen warm oder abgekühlt gereicht werden, lässt der Text offen.
Wahrscheinlich das Gewürz, gestoßen darübergegeben, wie bei den gebratenen Neunaugen in rum-1114. Rumpolt nennt aber auch gebundene Pfeffersaucen „Pfeffer“; dass hier eine solche Sauce gemeint ist, lässt sich nicht ganz ausschließen.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Ein dem Aal ähnlicher Fisch; ein anderer Name ist „Pricke“. Der Name zählt die Kiemenöffnungen an der Seite als Augen mit. Welche Art gemeint ist, sagt der Text nicht.
Bei Rumpolt eine Beigabe oder kalte Zukost, kein Blattsalat; vgl. rum-0124 („gibs zu einem Salat, sonderlich zum Nachtmal“). Ob die Neunaugen hier warm oder abgekühlt auf den Tisch kommen, sagt der Text nicht.
Aufgetragen, serviert.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Pfeffer | pepper Q3143131 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Gewählte Lesart: Pfeffer als Gewürz, gestoßen darübergegeben. Rumpolt schreibt hier „mit Pfeffer“ ohne Artikel, so wie er bei den frisch gebratenen Neunaugen (rum-1114: „gib gestossen Pfeffer dazu“) und beim kalten Kalbshaxen-Salat (rum-0124: „bestraͤw es mit gestossenem Pfeffer“) das Gewürz meint.
Andere mögliche Lesart:
zu einem Salat
Gewählte Lesart: Die gebratenen Neunaugen werden als Salat, also als Beigabe oder kalte Zukost, gereicht; so gebraucht Rumpolt die Wendung in rum-0124.
Andere mögliche Lesarten:
Gewählte Lesart: Rumpolt sagt nur „gebraten“, ohne Gerät, Fett oder Zeit. Im selben Kapitel brät er frische Neunaugen auf dem Rost (rum-1114) oder am Holzspieß (rum-1113); das gilt für frische Ware und wird hier nicht übertragen.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 13.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.