Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Blancmanger wird davon schön weiß.
Welches Gericht ist das? Kein Rezept im eigentlichen Sinn, sondern ein Einzeiler im Kapitel vom Schaiden: Aus diesem Fisch wird ein schön weißer Blancmanger. Rumpolt nennt weder Zutaten noch Garschritte, Mengen oder Gerät.
Worauf sich „davon“ bezieht. Naheliegend ist der Schaiden selbst, das Thema des Kapitels. Dieselbe Aussage macht Rumpolt beim Stockfisch: Ist der Fisch weiß, wird auch der Blancmanger weiß (rum-1240). Dass ein ausgefallener Satz eine andere Zutat meinte, lässt sich nicht ausschließen, steht aber nicht da.
Praxis. Aus dieser Zeile allein lässt sich nichts kochen, und wir ergänzen kein Verfahren. Wie Rumpolt einen Fisch-Blancmanger ausführlich anlegt, zeigt das Rezept vom Hecht (rum-0979); das ist ein Vergleich, keine Anleitung für den Schaiden.
Rumpolt gibt zu dieser Nummer nur die eine Zeile. Er sagt damit, dass der Blancmanger aus dem Schaiden schön weiß wird, beschreibt aber nicht, wie man ihn macht. Wir ergänzen bewusst nichts.
Beim Hecht (rum-0979) beschreibt Rumpolt das Verfahren ausführlich: den Fisch abkochen, das weiße Fleisch fein hacken und mit Reismehl und Mandelmilch zu einem Mus kochen, mit Zucker, Butter und Rosenwasser. Ob er es beim Schaiden genauso hielt, sagt die Zeile nicht.
Der Wels. Lexer und das Grimmsche Wörterbuch führen schaiden als Namen für den Wels.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Rumpolts Schreibung für spanisch manjar blanco, „weiße Speise“, den Blancmanger. Rumpolt sagt selbst beim Kapaun: „man nennets auff Spanisch Manscho Blancko“ (rum-0682).
Der Wels (Silurus glanis). Lexer führt scheide als „scheidfisch, wels, silurus“, das Grimmsche Wörterbuch scheiden, schaiden, schaden als „der wels, silurus“. Das Rezept selbst nennt den Fisch nicht, er ergibt sich aus der Kapitelüberschrift „Vom Schaiden seind vierzenerley Speiß vnd Trachten zu machen“.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Manscho Blancko
Gewählte Lesart: Blancmanger: Rumpolt nennt den Namen selbst als spanisch (rum-0682) und verwendet ihn im ganzen Buch für die weiße Speise aus Fleisch oder Fisch.
Andere mögliche Lesart:
darvon (Bezug)
Gewählte Lesart: Vom Schaiden: Der Blancmanger aus diesem Fisch wird schön weiß. Gestützt durch das Kapitelthema und die gleichlautende Aussage beim Stockfisch (rum-1240).
Andere mögliche Lesart:
vom Schaiden (Titel)
Gewählte Lesart: Der Fisch steht nicht im Satz, sondern im Kapitelkopf „Vom Schaiden“; der Titel übernimmt ihn von dort.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 10.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.