Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Ein Kohlhecht aus einer Barbe.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Barben | Barbe | - | Fischhändler, Angler | - |
Welches Gericht ist das? Eine Barbe, zubereitet als Kohlhecht. So nennt Rumpolt ein Verfahren, das er im Hechtkapitel beschreibt (rum-0970): den Fisch auftun, salzen, auf dem Rost über glühenden Kohlen trocken braten und danach in heißer Butter ausrösten. Zu Nummer 5 selbst steht nur der Name; heute käme dem am nächsten eine aufgeklappte Barbe vom Rost, in Butter nachgebraten.
Rost und Butter. Beim Hecht folgen beide Schritte nacheinander: der Rost trocknet die Fischseiten, die Butter macht die Oberfläche knusprig. Beim Kohlhecht aus Bersig (rum-1127) stellt Rumpolt dagegen frei, ob der Fisch „gebraten oder auß der Butter geroͤßt“ wird. Für die Barbe sagt er nichts; beide Wege sind möglich.
Keine Sauce genannt. Beim Hecht, bei der Forelle und beim Bersig kommt eine saure Brühe über den Fisch. Für die Barbe nennt Nummer 5 keine; wer eine will, findet sie in den Schwesterrezepten.
Praxis. Die Barbe ausnehmen, aufschneiden, salzen, auf dem Rost bei guter Glut von beiden Seiten trocken anbraten und dann in Butter ausrösten, so wie im Hechtkapitel beschrieben. Zeiten und Mengen nennt der Text nicht.
Bei Rumpolt keine Fischart, sondern eine Zubereitung: Der Fisch wird aufgetan, gesalzen, auf dem Rost über glühenden Kohlen gebraten und in Butter ausgeröstet. Er beschreibt sie im Hechtkapitel (rum-0970) und überträgt sie auf Forelle, Bersig und hier auf die Barbe.
Rumpolt nennt zu Nummer 5 nur den Namen des Gerichts. Wie man einen Kohlhecht macht, hat er im Hechtkapitel bereits beschrieben (rum-0970); dorthin verweist dieses Rezept. Eine eigene Sauce oder Garzeit für die Barbe nennt er nicht, wir ergänzen deshalb keine.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Bei Rumpolt keine Fischart und kein Gericht mit Kohl, sondern eine Zubereitung: Im Hechtkapitel (rum-0970) wird der Hecht aufgerissen, gesalzen, auf dem Rost über glühenden Kohlen trocken abgequellt und dann in heißer Butter ausgeröstet - „Also macht man die Koͤlhecht, wenn mans geschwindt will haben“. Grimms Wörterbuch kennt kohlhechtlein als „Hecht auf Kohlfeuer gebacken“ (Nürnberger Kochbuch 1734). Rumpolt überträgt die Zubereitung auf Forelle (rum-0951, rum-0955), Bersig (rum-1127) und hier auf die Barbe.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Koͤlhecht
Gewählte Lesart: Zubereitungsname: die Barbe wird so zubereitet wie der Kohlhecht im Hechtkapitel (rum-0970), also aufgetan, gesalzen, auf dem Rost über Kohlen gebraten und in Butter ausgeröstet. Rumpolt bildet dieselbe Wendung „Kohlhecht aus <Fisch>“ bei Forelle (rum-0951, rum-0955) und Bersig (rum-1127); Grimm belegt kohlhechtlein als „Hecht auf Kohlfeuer gebacken“.
Andere mögliche Lesarten:
Garweise der Barbe
Gewählte Lesart: Offen gelassen: Nr. 5 nennt nur den Namen. Rumpolt kennt beim Kohlhecht zwei Wege, Rost und anschließend Butter (rum-0970, rum-0951), oder „gebraten oder auß der Butter geroͤßt“ als Wahl (rum-1127). Welchen er für die Barbe meint, sagt er nicht.
Andere mögliche Lesart:
Sauce zur Barbe
Gewählte Lesart: Keine Sauce belegt: Nr. 5 nennt keine, deshalb wird keine ergänzt.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 12.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.