Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Nerfling in Pasteten, es sei kalt oder warm.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| Nerffling | Nerfling | - | Meist mit dem Aland (Orfe) gleichgesetzt; beim Fischhändler oder Fischzüchter nachfragen. | - |
Welches Gericht ist das? Nerfling, im Teigmantel als Pastete gebacken und kalt oder warm gegessen; heute am ehesten eine Fischpastete. Mehr gibt die Nummer nicht her: Teig, Füllung, Würzung, Backzeit und Hitze nennt Rumpolt hier nicht, und wir ergänzen kein eigenes Verfahren. „Kalt oder warm“ betrifft das Auftragen, nicht die Zubereitung.
Der Fisch. Der Nerfling ist ein karpfenartiger Süßwasserfisch, meist mit dem Aland (Orfe) gleichgesetzt. Sicher ist die Zuordnung nicht, ein Wörterbuch nennt stattdessen die Nase. Für die Küche genügt: ein mittelgroßer Weißfisch aus dem Süßwasser.
Praxis. Wer das Gericht im Sinne Rumpolts nachbacken will, findet im Kapitel über Pasteten von Fischen ausgeführte Verfahren: kalte Fischpasteten im Roggenteig mit Gewürz, Salz und Butter (rum-1775, rum-1776) und eine warme Hechtpastete aus weißem, aufgetriebenem Teig (rum-1778). Das ist Nachbarschaft im Buch, kein ausdrücklicher Verweis des Drucks. Mengen, Portionen und Zeiten nennt der Text nicht.
Ein karpfenartiger Süßwasserfisch. Das Deutsche Wörterbuch und Meyers stellen ihn zum Aland (Orfe), das Elsässische Wörterbuch nennt dagegen die Nase. Welche Art Rumpolt meint, bleibt offen.
Eingeschränkt. Frischer Fisch braucht bis zum Backen eine durchgehende Kühlkette, und für die Pastete sind Teig und eine Backgelegenheit nötig. Wird sie kalt gegessen, gehört sie bis dahin kühl gelagert. Teig, Füllung und Backzeit nennt diese Zeile nicht.
Ja, im Kapitel über Pasteten von Fischen: kalte Pasteten im Roggenteig (rum-1775, rum-1776) und eine warme Hechtpastete aus weißem Teig (rum-1778). Dort steht unter Nr. 11 auch eine kalte Nerflingpastete im Roggenteig, ebenfalls nur als Überschrift. Einen Verweis von dieser Zeile dorthin gibt Rumpolt nicht.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Ein karpfenartiger Süßwasserfisch. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm führt nörfling, nerfling als „cyprinus orfus“, Meyers verweist auf den Aland (Orfe). Das Elsässische Wörterbuch bestimmt den Fisch dagegen als Nase (Chondrostoma). Welche heutige Art Rumpolt meint, ist deshalb nicht sicher zu entscheiden.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Nerffling
Gewählte Lesart: Karpfenartiger Süßwasserfisch, nach dem Deutschen Wörterbuch cyprinus orfus, bei Meyers der Aland (Orfe, Leuciscus idus). Wir behalten die Druckform „Nerfling“ und legen uns auf keine moderne Art fest.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 13.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.