Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Oder eine spanische Torte.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| (erschlossen) | Pute (Indianische Henne, aus der Kapitelüberschrift) | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Überliefert ist nur die Überschrift: eine Torte nach spanischer Art, sechzehnte Speise im Kapitel von der Pute. Es gibt keinen Kochschritt, keine Zutaten und keine Mengen; das Tier ergibt sich allein aus dem Kapitel.
Woraus besteht die Torte? Sehr wahrscheinlich aus Blancmanger. Das „Oder“ schließt an die Nummer davor an, die Ungarische Torte aus Blancmanger von der Putenbrust (rum-0535). Im Tortenkapitel nennt Rumpolt die Spanische Torte ausdrücklich: eine Torte „von einem Manscho Blancko“ mit vielen Blättern, jedes mit Butter oder Speck bestrichen, warm gegeben und mit Zucker bestreut (Nr. 26, rum-1820). Der Aufbau ist derselbe wie bei der Ungarischen Torte (rum-1819): zwanzig bis dreißig hauchdünn ausgezogene Teigblätter aus Weißmehl und warmem Wasser, dazu ein Boden aus Ei und Butter. Die Ungarische Torte hat dort Äpfel als Füllung, die Spanische den Blancmanger. Dass die Nummer hier dieselbe Torte meint, ist ein Schluss aus dem Zusammenhang; bei dieser Nummer steht es nicht.
Praxis. Wer sie nachbauen will, kocht den Blancmanger nach rum-0682 aus Putenbrust (Eigelb dazu, wie in rum-1823), lässt ihn abkühlen und füllt ihn in eine Torte aus vielen Teigblättern nach rum-1819, jedes Blatt mit Butter bestrichen. Im Ofen backen, warm geben und mit Zucker bestreuen.
Die Vorlage nennt zu dieser Nummer nur die Überschrift, eine Anleitung ist nicht überliefert. Warum, lässt sich nicht klären. Wir ergänzen bewusst nichts.
Nein, jedenfalls nicht bei Rumpolt. Er nennt im selben Kapitel Torten (Nr. 15 und 16) und Pasteten (Nr. 12 und 17) als getrennte Gerichte und widmet den Torten später ein eigenes Kapitel.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Rumpolts Wort für die Torte. Er führt Turten und Pasteten als getrennte Gerichte: Im selben Kapitel steht die Spanische Torte (Nr. 16) zwischen der Ungarischen Torte (Nr. 15) und den Spanischen Pasteten (Nr. 17), und später im Buch hat er ein eigenes Kapitel „Von allerley Turten“, in dem auch süße Torten mit Äpfeln, Mandeln oder Zucker stehen. Dort stehen die Ungarische Torte als Nr. 25 (rum-1819) und die Spanische als Nr. 26 (rum-1820). Ob diese hier herzhaft oder süß gedacht ist, sagt die Überschrift nicht.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Pute (Tier)
Gewählte Lesart: Pute: Die Überschrift nennt kein Tier, die Nummer steht aber als sechzehnte Speise im Kapitel „Von einer Jndianischen Henn seind zwantzigerley Speiß vnd Trachten zu machen“.
Turten
Gewählte Lesart: Torte: Rumpolt trennt Turten und Pasteten (Nr. 15/16 gegen Nr. 12/17) und hat ein eigenes Tortenkapitel; daher „Torte“ wie bei der Ungarischen Torte (rum-0535).
Andere mögliche Lesart:
Füllung der Spanischen Torte
Gewählte Lesart: Wahrscheinlich eine Torte aus Blancmanger von der Putenbrust, mit vielen Teigblättern: Das „Oder“ schließt an Nr. 15 an, und Rumpolt nennt im Tortenkapitel (rum-1820) die Spanische Torte „von einem Manscho Blancko mit viel Blettern“. Ausdrücklich steht es bei dieser Nummer nicht.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 06.10.2026 - 2-mal überarbeitet. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.