Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Man kann aus der Brust auch Knödel machen, oder Hattele, oder Priseindel, oder was man haben will.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Brust | Brust | - | Wildhändler, Geflügelhändler | - |
Welches Gericht ist das? Kein einzelnes Gericht, sondern eine Verweiszeile: Rumpolt zählt auf, was sich aus der Brust des Rebhuhns noch machen lässt, nämlich Knödel, Hattele oder Priseindel, und lässt mit „oder was man haben will“ ausdrücklich weitere Zubereitungen offen. Ein Ablauf, Zutaten oder Garzeiten stehen hier nicht. Dass die Brust vom Rebhuhn stammt, ergibt sich aus der Kapitelüberschrift, nicht aus dem Satz selbst.
Knödel aus der Brust. Gemeint sind Fleischklöße aus dem zerkleinerten Brustfleisch. Mehr sagt die Zeile nicht, weder über Hacken noch über Bindung oder Garen. Ausgeführt hat Rumpolt Knödel aus Geflügelbrust beim Fasan (rum-0566, fein weiß, mit Kalbfleisch) und das Grundverfahren beim Kalb (rum-0117).
Hattele. Das Wort ist ungeklärt. Beim Kalb beschreibt Rumpolt die Speise selbst: dünn geschnittene, mit dem Messerrücken geklopfte Fleischscheiben, mit gehacktem Rinderfett und Kräutern bestrichen, aufgewickelt und am Spieß gebraten (rum-0121). Das sind Röllchen aus Scheiben, kein Gehacktes.
Priseindel. Auch hier nennt Rumpolt nur den Namen. An anderen Stellen beschreibt er die Speise: dünn geschnittenes, geklopftes Fleisch, in Essig gelegt, in Butter geröstet und mit Essig, Brühe und Kräutern kurz eingesotten (Kapaunbrust rum-0660, Kalb rum-0128, Gams rum-0463). Beim Birkhahn heißt es dazu, man könne Priseindel machen, wenn die Brust roh ist (rum-0548).
Praxis. Nachkochen lässt sich nur über die Zielrezepte: Wer eine der drei Speisen aus Rebhuhnbrust machen will, folgt dem jeweiligen Verfahren dort und setzt das Rebhuhnfleisch ein. Dass Rumpolt beim Rebhuhn genau dieselben Verfahren meint, sagt die Zeile nicht; es ist ein Schluss aus seiner Reihe ähnlicher Brustrezepte. Rebhuhnbrust ist klein und mager, für Scheiben und Röllchen braucht man mehrere Vögel. Frisches Geflügel braucht eine geschlossene Kühlkette.
Die Zeile ist ein Verweis. Rumpolt nennt nur, was man aus der Rebhuhnbrust noch machen kann; die Verfahren für Knödel, Hattele und Priseindel beschreibt er an anderer Stelle, etwa beim Kalb (rum-0117, rum-0121, rum-0128), beim Fasan (rum-0566) und beim Kapaun (rum-0660). Wir ergänzen hier nichts.
Vom Rebhuhn. Der Satz selbst nennt kein Tier, er steht aber als Nummer 14 im Kapitel „Von einem Rephun“.
Zwei Speisen, die Rumpolt an anderer Stelle selbst beschreibt. Hattele sind dünn geklopfte, mit Rinderfett und Kräutern bestrichene, aufgewickelte Fleischscheiben am Spieß (rum-0121). Priseindel sind dünne, geklopfte Fleischscheiben, in Essig gelegt, in Butter geröstet und in Essig, Brühe und Kräutern kurz eingesotten (rum-0128, rum-0660). Woher die beiden Wörter kommen, ist ungeklärt.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Rumpolts Name für eine Speise, die er beim Kalb selbst beschreibt: dünn geschnittene, mit dem Messerrücken geklopfte Fleischscheiben, mit gehacktem Rinderfett und Kräutern bestrichen, aufgewickelt und am Spieß gebraten (rum-0121). Woher das Wort kommt, ist ungeklärt.
Gerichtsname, bei Rumpolt auch Preseindel geschrieben: dünne, mit dem Messerrücken geklopfte Fleischscheiben, in Essig gelegt, in Butter geröstet und mit Essig, Brühe und Kräutern kurz eingesotten (rum-0128, rum-0463, rum-0660). Bei der Gams heißt es: „Die Speiß nennt man Priseindel“. Eine Herkunft des Wortes wird hier nicht behauptet, weil kein Wörterbuchbeleg gefunden ist.
Offene Formel: Der Koch darf aus der Brust auch etwas anderes machen. Weitere Speisen nennt Rumpolt hier nicht.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Brust | chicken breast Q2607161 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
aus der Brust
Gewählte Lesart: Brust vom Rebhuhn. Der Satz nennt kein Tier; es kommt aus der Kapitelüberschrift („Von einem Rephun“), in der die Zeile als Nummer 14 steht. Deshalb steht das Rebhuhn im Titel, nicht im Text.
Andere mögliche Lesart:
Knödel
Gewählte Lesart: Der Text sagt nur „Knödel aus der Brust“, ohne Hacken, Bindung oder Garweise. Diese Lücke bleibt im Text offen.
Andere mögliche Lesart:
Hattele
Gewählte Lesart: Druckform behalten, Wort ungeklärt. Gemeint ist die Speise, die Rumpolt in rum-0121 beschreibt: dünn geklopfte, mit Rinderfett und Kräutern bestrichene, aufgewickelte Fleischscheiben am Spieß.
Andere mögliche Lesarten:
Priseindel
Gewählte Lesart: Druckform behalten. Rumpolt definiert die Speise selbst (rum-0128, rum-0463, rum-0660): dünne, geklopfte Scheiben, in Essig gelegt, in Butter geröstet, mit Essig, Brühe und Kräutern kurz eingekocht.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 07.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.