Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Auch grün.
Welches Gericht ist das? Überliefert ist nur die Überschrift: zahme Tauben, grün zubereitet. Es gibt keinen Kochschritt, keine Zutat außer dem Tier und keine Mengen.
Was ist hier grün? Der Eintrag nennt kein Farbmittel und keine Garart. Im Text bleibt es deshalb beim bloßen „grün“. Im selben Kapitel macht Rumpolt Tauben unter Nr. 15 mit Petersilienwurzel oder grünen Kräutern und Rindfleischbrühe ein (rum-0786); bei Wildgans und Wildenten nennt er grüne Petersilie (rum-0585, rum-0631). Ob er bei Nr. 11 einen dieser Wege meint, steht nicht da.
Praxis. Eine Anleitung lässt sich aus diesem Eintrag nicht gewinnen; Hitze, Gerät, Reihenfolge und Mengen sind nicht ableitbar. Wer eine grüne Taubenzubereitung bei Rumpolt kennenlernen will, liest Nr. 15 (rum-0786) als Vergleich, nicht als Vorschrift für diese Nummer.
Rumpolt zählt im Kapitel zu den zahmen Tauben zwanzig Speisen auf, einige davon nur mit einer Zeile. Zu dieser elften Nummer steht im Druck nur „Auch grün.“ Wir ergänzen bewusst nichts.
Die Nummern 9 bis 12 des Kapitels reihen Farben aneinander: gelb, schwarz, grün und wieder gelb. Womit Rumpolt das Grün bei den Tauben erzeugt, sagt er nicht. Im selben Kapitel nennt er unter Nr. 15 Petersilienwurzel oder grüne Kräuter (rum-0786), bei Wildgans und Wildenten grüne Petersilie (rum-0585, rum-0631). Dass die Tauben ebenso gemacht wurden, ist eine Vermutung aus diesen Parallelen, keine Angabe des Textes.
Nein. Überliefert ist nur die Überschrift, ohne Zutaten und ohne Zubereitung; nachkochen lässt sich daraus nichts.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Gemeint sind zahme Tauben: Die Nummer steht im Kapitel „Von zamen Tauben seind zwantzigerley Speiß vnd Trachten zu machen“ (Bl. LXXXIXa). Der Eintrag selbst nennt das Tier nicht.
Farbangabe der Zubereitung, wie in den Nachbarnummern gelb (Nr. 9 und 12) und schwarz (Nr. 10). Womit das Grün entsteht, sagt der Eintrag nicht. Bei anderem Geflügel nennt Rumpolt dafür grüne Petersilie, etwa bei der Wildgans „gruͤn eyngemacht mit gruͤner Pettersilgen“ (rum-0585); das ist ein Vergleich, keine Angabe dieses Rezepts.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
gruͤn
Gewählte Lesart: Farbe der Speise bzw. ihrer Brühe. Die Nummern 9 bis 12 des Kapitels reihen Farben aneinander (gelb, schwarz, grün, gelb), und Rumpolt gebraucht „gelb oder grün“ auch sonst für Brühen, etwa bei jungen Hühnern in Weinbrühe (rum-0730).
Andere mögliche Lesart:
Womit das Grün entsteht
Gewählte Lesart: Historisch am nächsten liegt eine grüne Brühe mit Petersilie oder grünen Kräutern: Im selben Kapitel macht Nr. 15 Tauben „mit Pettersilgen Wurtzel/ oder gruͤnen Kraͤtern“ ein (rum-0786), bei Wildgans und Wildenten nennt Rumpolt grüne Petersilie (rum-0585, rum-0631). Für Nr. 11 selbst steht das nicht da.
Andere mögliche Lesarten:
Auch
Gewählte Lesart: „Auch“ knüpft an die Farbfolge der vorangehenden Nummern an. Die ungarische Art aus Nr. 9 und 10 wird nicht in den Titel übernommen, weil der Eintrag sie nicht nennt.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 08.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.