Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Geräuchertes oder geselchtes Wildschweinfleisch.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| Schweinenfleisch | Geräuchertes Wildschweinfleisch | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Kein ausgeführtes Rezept, sondern nur eine Überschrift: geräuchertes oder geselchtes Fleisch vom Wildschwein. Rumpolt nennt weder das Stück noch eine Zubereitung, keine Beilage und nicht, ob es kalt oder warm auf den Tisch kommt. Das Fleisch ist fertig geräuchert vorausgesetzt.
Geräuchert oder geselcht. Die beiden Wörter meinen dasselbe; geselcht ist das oberdeutsche Wort für geräuchert. Ein eigenes Räucherverfahren beschreibt Rumpolt hier nicht.
Praxis. Nachkochen lässt sich nichts, denn der Text gibt keinen Arbeitsschritt. Geräuchertes Wildschwein, etwa Schinken oder Speck, bekommt man beim Wildhändler oder Jäger. Wie Rumpolt Geräuchertes in verwandten Einträgen anrichtet, steht dort: beim Spanferkel kalt oder warm (rum-0279), beim Damhirsch warm in Rindfleischbrühe oder unter grünem Spinat (rum-0352), bei der Wildschweinbrust mit grünem Kohl (rum-0412). Für diese Nummer selbst ist nichts davon überliefert.
Eingeschränkt. Das ist nur eine Überschrift, einen Arbeitsschritt gibt Rumpolt nicht. Geräuchertes Wildschweinfleisch ist heute nur selten fertig zu bekommen, und das Fleisch braucht Kühlung.
Im Druck steht zu dieser Nummer nur die Überschrift, eine Anleitung folgt nicht. Auch die drei folgenden Nummern im Kapitel (35 bis 37) sind reine Überschriften, erst Nr. 38 hat wieder Text; abgeschnitten ist also nichts. Warum Rumpolt hier keinen Text gibt, lässt sich nicht klären. Wir ergänzen bewusst nichts.
Nein. Geselcht ist das oberdeutsche Wort für geräuchert, heute noch geläufig in Bayern und Österreich (Geselchtes, Selchfleisch). Rumpolt stellt „geräuchert oder geselcht“ als gleichbedeutende Wörter nebeneinander. Vom Pökeln ist hier nicht die Rede.
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Geselcht ist das oberdeutsche Wort für geräuchert (DWB: geselchtes = geräuchertes Fleisch, zu selchen = räuchern). „Geräuchert oder geselcht“ stellt also zwei gleichbedeutende Wörter nebeneinander. Gemeint ist der Zustand der Zutat, kein Arbeitsschritt; über ein Pökeln sagt der Text nichts.
Die Überschrift sagt nur „Schweinenfleisch“. Das Kapitel, in dem sie steht, handelt vom „Schweinen Wildpret“, also vom Wildschwein; deshalb ist hier Wildschweinfleisch gemeint.
Zuordnung der historischen Zutatennamen zu Wikidata-Konzepten, auf Grundlage des CoReMA-Zutatenindex. Mehrere Konzepte bedeuten: die Lesart ist nicht entschieden.
| Schweinenfleisch | meat Q10990 |
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
Schweinenfleisch
Gewählte Lesart: Wildschweinfleisch: Die Überschrift steht im Kapitel „Vom Schweinen Wildpret“, und das Kapitel gibt das Tier vor.
Andere mögliche Lesart:
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Stand dieser Fassung: 03.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.