Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle · Frankfurt am Main · 1581
Du kannst die Trappe auch schwarz oder gelb zubereiten, auf ungarische Art.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Drappen | Trappe | - | - | - |
Welches Gericht ist das? Die vierte von fünf Trappen-Speisen bei Rumpolt besteht aus einem Satz: Man kann die Trappe auch schwarz oder gelb auf ungarische Art zurichten. Zutaten außer dem Vogel, Mengen und Garschritte fehlen.
Schwarz oder gelb. Welche Sauce gemeint ist, sagt der Satz nicht, und wir ergänzen es nicht. Rumpolt beschreibt beide Arten an anderer Stelle: schwarz auf ungarische Art beim Wildbret (rum-0314), gelb beim Lammfleisch (rum-0216) und bei der Wildente (rum-0629). Ob er bei der Trappe dasselbe Verfahren meint, steht nicht da.
Auf ungarische Art. Rumpolts Herkunftsangabe, hier nicht erklärt. Denselben Satz schreibt er beim Fasan (rum-0565).
Praxis. Als eigenes Rezept lässt sich das nicht nachkochen: Jede Ausführung wäre aus den Parallelrezepten übernommen. Wer die Saucen kennenlernen will, hält sich an rum-0314 und rum-0216.
Rumpolt zählt im Kapitel fünf Speisen von der Trappe auf. Zu dieser vierten gibt er nur die Zubereitungsart an, Zutaten und Garschritte nennt er nicht. Wir ergänzen bewusst nichts.
Rumpolt beschreibt sie an anderer Stelle: schwarz auf ungarische Art beim Wildbret (rum-0314) als Pfeffersauce mit Hühnerblut, Essig und Brot; gelb beim Lammfleisch (rum-0216) mit Eigelb, Wein und Safran, bei der Wildente (rum-0629) mit Zibeben und ungarischen Pflaumen. Das sind Hinweise, keine Anleitung für die Trappe.
Es ist Rumpolts eigene Herkunftsangabe, die er hier nicht erklärt. Dieselbe Formel steht beim Fasan (rum-0565), beim Adler (rum-0506) und beim Wildbret (rum-0314).
Dieses Rezept stammt aus „Ein new Kochbuch“. Kochbuch des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, gedruckt 1581 in Frankfurt am Main: rund 1.300 durchnummerierte Rezepte in 91 Kapiteln, geordnet nach Tierarten und Zutaten, dazu Bankett- und Hofämter-Ordnungen für die fürstliche Tafel.
Trappe, mittelhochdeutsch trappe, lateinisch tarda. Nach üblicher Lesart ist die Großtrappe (Otis tarda) gemeint, ein großer Steppenvogel.
Die Farbe der Sauce, in der der Vogel eingemacht, also in Sauce gegart wird. Womit die Farbe entsteht, sagt Rumpolt hier nicht. Andernorts beschreibt er die schwarze Art als Pfeffersauce mit Hühnerblut, Essig, Brot und Zwiebeln, gewürzt mit Pfeffer, Nelken und Zimt (rum-0314), die gelbe mit Eigelb, Wein, Safran und Zimt (rum-0216) oder mit Zibeben und ungarischen Pflaumen (rum-0629). Das sind Vergleiche, keine Angaben dieses Rezepts.
„Auf ungarische Art“ ist Rumpolts eigene Herkunftsangabe. Was sie genau meint, erklärt er an dieser Stelle nicht.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
schwartz oder gelb
Gewählte Lesart: Zwei Arten, den Vogel in Sauce einzumachen, schwarz oder gelb, wie Rumpolt sie an anderen Stellen ausführt. Beim Fasan steht derselbe Satz mit dem Zusatz „sauer oder süß“ (rum-0565). Welche Zutaten er bei der Trappe meint, sagt der Text nicht; wir lassen es offen.
Andere mögliche Lesarten:
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Stand dieser Fassung: 04.10.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.